# Esperanto-Texte mit deutscher Übersetzung: 7 Beispiele

Source: https://esperantopedia.org/de/lernen/textbeispiele/
Language: de
Updated: 2026-10-11

> Sieben Esperanto-Texte mit deutscher Übersetzung, vom Anfängerdialog über Zamenhofs Vaterunser von 1887 bis zur Hymne La Espero, jeweils erklärt.

Esperanto wird in lateinischer Schrift geschrieben, genau wie es klingt, und die meisten Wurzeln stammen aus europäischen Sprachen – Wörter wie *familio*, *harmonio* und *karaktero* errätst du leicht. Was einen Text „nach Esperanto aussehen“ lässt, sind die regelmäßigen Endungen: *-o* für Substantive, *-a* für Adjektive, *-as* für Verben in der Gegenwart, *-n* für das Objekt. Unten stehen sieben kurze Texte, vom leichten zum schwereren geordnet. Fünf stammen aus bestehenden Quellen (Zamenhofs Büchern von 1887–1905 und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte); zwei wurden für diese Seite geschrieben.

Zu jedem Text gibt es eine deutsche Übersetzung und eine kurze Anmerkung zur Grammatik.

## Worauf du in jedem Esperanto-Text achten kannst

| Was du siehst | Was es bedeutet | Beispiel |
|---|---|---|
| *-o* | Substantiv | *patro* – „Vater“ |
| *-a* | Adjektiv | *nova* – „neu“ |
| *-e* | Adverb | *ĝentile* – „höflich“ |
| *-as, -is, -os* | Verb: Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft | *venis* – „kam“ |
| *-us, -u* | Verb: „würde“ (Konditional), Befehl oder Wunsch | *estus* – „wäre“ |
| *-j* | Plural | *homoj* – „Menschen“ |
| *-n* | direktes Objekt oder Richtung | *Mi lernas Esperanton.* – „Ich lerne Esperanto.“ |
| *ĉ ĝ ĥ ĵ ŝ ŭ* | Buchstaben mit eigenem Laut | *ĉielo* – „Himmel“ |

Das ganze System passt auf eine Seite: siehe die [Grammatik-Übersicht](https://esperantopedia.org/de/grammatik/).

## Die sieben Texte auf einen Blick

| # | Text | Quelle | Niveau |
|---|---|---|---|
| 1 | Ein erstes Gespräch | Für diese Seite geschrieben (2026) | Anfänger |
| 2 | Sätze aus dem *Ekzercaro* | Zamenhof, *Fundamento de Esperanto* (1905) | Anfänger |
| 3 | Ein Tag im modernen Leben | Für diese Seite geschrieben (2026) | Grundstufe |
| 4 | Das Vaterunser, *Patro nia* | Zamenhof, *Unua Libro* (1887) | Grundstufe |
| 5 | Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte | Esperanto-Übersetzung des UN-Textes von 1948 | Mittelstufe |
| 6 | Das Märchen *La feino* | Zamenhof, *Fundamento de Esperanto* (1905) | Mittelstufe |
| 7 | Die Hymne *La Espero* | Zamenhof, erstmals gedruckt 1890 | Fortgeschritten (Lyrik) |

Die Niveaus sind unsere grobe Einschätzung, keine offiziellen Einstufungen.

## 1. Ein erstes Gespräch

Zwei Lernende lernen sich im Netz kennen. Für diese Seite geschrieben.

<blockquote lang="eo"><p>— Saluton! Mi estas Ana. Kiel vi nomiĝas?<br>— Saluton, Ana! Mi nomiĝas Marko. Mi loĝas en Kanado.<br>— Ĉu vi jam longe lernas Esperanton?<br>— Ne, nur tri monatojn. Kaj vi?<br>— Mi lernas ĝin jam unu jaron, kaj mi tre ŝatas ĝin. Ĝis revido, Marko!</p></blockquote>

**Deutsch:** „Hallo! Ich bin Ana. Wie heißt du?“ – „Hallo, Ana! Ich heiße Marko. Ich wohne in Kanada.“ – „Lernst du schon lange Esperanto?“ – „Nein, erst seit drei Monaten. Und du?“ – „Ich lerne es schon ein Jahr, und ich mag es sehr. Auf Wiedersehen, Marko!“

**Was auffällt.** *Ĉu* am Anfang macht aus einer Aussage eine Ja-Nein-Frage. *Esperanton* endet auf *-n*, weil es das Objekt ist, und *tri monatojn* und *unu jaron* bekommen *-n*, weil sie eine Zeitdauer angeben ([der Akkusativ](https://esperantopedia.org/de/grammatik/akkusativ/#4-ma%C3%9F-wie-lange-wie-weit-wie-viel)). Das kennst du aus dem Deutschen: „Ich bleibe einen Monat“ – auch dort steht die Dauer im Akkusativ. Und wie im Deutschen („Ich lerne es schon ein Jahr“) steht dort, wo andere Sprachen eine Perfektform brauchen, einfach das Präsens *lernas*.

## 2. Sätze aus dem Ekzercaro (1905)

Das *Ekzercaro* ist der Übungsteil des *Fundamento de Esperanto* (1905), der verbindlichen Grundlage der Sprache. Diese fünf Sätze sind eine Auswahl aus seinem § 20; es sind einzelne Beispiele, keine Geschichte.

<blockquote lang="eo"><p>Hieraŭ mi renkontis vian filon, kaj li ĝentile salutis min. ― Hodiaŭ estas sabato, kaj morgaŭ estos dimanĉo. ― Se mi estus sana, mi estus feliĉa. ― Karaj infanoj, estu ĉiam honestaj! ― Ni estu gajaj, ni uzu bone la vivon, ĉar la vivo ne estas longa.</p></blockquote>

**Deutsch:** Gestern traf ich deinen Sohn, und er grüßte mich höflich. – Heute ist Samstag, und morgen wird Sonntag sein. – Wenn ich gesund wäre, wäre ich glücklich. – Liebe Kinder, seid immer ehrlich! – Seien wir fröhlich, nutzen wir das Leben gut, denn das Leben ist nicht lang.

**Was auffällt.** Fünf Sätze, fünf Verbendungen: *renkontis* (Vergangenheit *-is*), *estas* (Gegenwart *-as*), *estos* (Zukunft *-os*), *estus* (Konditional *-us*) und *estu* (Volitiv *-u*, für Befehle und „lasst uns“). Selbst *esti* „sein“ folgt dem Muster, denn Esperanto hat keine unregelmäßigen Verben ([Verben](https://esperantopedia.org/de/grammatik/verben/)). *Estus* entspricht dem deutschen Konjunktiv II: „wäre“. *Ĝentile* „höflich“ ist das Adverb zu *ĝentila*; das Deutsche braucht dafür keine eigene Form, Esperanto setzt *-e*.

## 3. Ein Tag im modernen Leben

Ein gewöhnlicher Arbeitstag, für diese Seite geschrieben.

<blockquote lang="eo"><p>Ĉiun matenon mi veturas al la laborejo per biciklo. Survoje mi aŭskultas podkaston en Esperanto. En la oficejo mi respondas al retmesaĝoj kaj partoprenas en retaj kunsidoj kun kolegoj el tri landoj. Vespere mi kuiras kun mia edzino, kaj poste ni spektas filmon. Antaŭ ol enlitiĝi, mi lernas dek novajn vortojn per aplikaĵo en mia poŝtelefono.</p></blockquote>

**Deutsch:** Jeden Morgen fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Unterwegs höre ich einen Podcast auf Esperanto. Im Büro beantworte ich E-Mails und nehme an Online-Besprechungen mit Kolleginnen und Kollegen aus drei Ländern teil. Abends koche ich mit meiner Frau, und danach schauen wir einen Film. Bevor ich ins Bett gehe, lerne ich mit einer App auf meinem Handy zehn neue Wörter.

**Was auffällt.** Esperanto benennt moderne Dinge, indem es alte Wurzeln zusammensetzt: *ret·mesaĝ·o* „Netz-Nachricht“ (E-Mail), *poŝ·telefon·o* „Taschentelefon“ (Mobiltelefon), *labor·ej·o* „Arbeitsstätte“ und *en·lit·iĝ·i* „ins Bett gehen“ ([Wortbildung](https://esperantopedia.org/de/grammatik/wortbildung/)). Das Prinzip kennst du vom deutschen Zusammensetzen, nur sind die Teile hier durch feste Endungen und Suffixe wie *-ej-* „Ort“ verbunden. *Ĉiun matenon* „jeden Morgen“ bekommt *-n*, weil es sagt, wann etwas geschieht; im Deutschen steht dort ebenfalls der Akkusativ. *Per* bedeutet „mittels“: *per biciklo*, *per aplikaĵo*; für die Begleitung („mit meiner Frau“) steht dagegen *kun*.

## 4. Patro nia – das Vaterunser (1887)

*Patro nia* ist der erste Beispieltext in Zamenhofs erstem Lehrbuch, dem *Unua Libro* (1887), das noch im selben Jahr auch auf Deutsch erschien. Im Original war jedes Wort mit Kommas zwischen den Teilen gedruckt – *Patr,o ni,a* –, damit ein Leser, der die Sprache noch nie gelernt hatte, jeden Teil im Wörterverzeichnis des Buches nachschlagen konnte. Der Text unten ist Zamenhofs Wortlaut von 1887 in heutiger Schreibung; das Original druckt *hod'aŭ* statt *hodiaŭ*.

<blockquote lang="eo"><p>Patro nia, kiu estas en la ĉielo, sankta estu Via nomo, venu reĝeco Via, estu volo Via, kiel en la ĉielo, tiel ankaŭ sur la tero. Panon nian ĉiutagan donu al ni hodiaŭ kaj pardonu al ni ŝuldojn niajn kiel ni ankaŭ pardonas al niaj ŝuldantoj; ne konduku nin en tenton, sed liberigu nin de la malvera, ĉar Via estas la regado, la forto kaj la gloro eterne. Amen!</p></blockquote>

**Deutsch (nahe am Wortlaut):** Unser Vater, der du bist im Himmel, heilig sei dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern; führe uns nicht in Versuchung, sondern befreie uns von dem Bösen (wörtlich „dem Unwahren“), denn dein ist die Herrschaft, die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen!

**Was auffällt.** Das Possessivwort darf dem Substantiv folgen – *Patro nia*, *volo Via* –, weil Endungen und nicht die Stellung die Grammatik tragen ([Wortstellung](https://esperantopedia.org/de/grammatik/wortstellung/)). Im Deutschen kennst du diese Stellung aus dem Gebet: „Vater unser“. In *Panon nian ĉiutagan* bekommen alle drei Wörter *-n*: Adjektive und Possessivwörter richten sich nach ihrem Substantiv. *Ŝuld·ant·oj* „Schuldner“ ist ein Partizip und bedeutet „die, die schulden“; *ŝuldo* erinnert schon im Klang an „Schuld“. Spätere Fassungen, etwa die der Internationalen Katholischen Esperanto-Union (IKUE), ersetzen *malvera* durch *malbono* „das Böse“. Luthers Fassung endet mit „sondern erlöse uns von dem Bösen“.

## 5. Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Die Vereinten Nationen verabschiedeten die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte am 10. Dezember 1948. Hier ist ihr erster Artikel auf Esperanto.

<blockquote lang="eo"><p>Ĉiuj homoj estas denaske liberaj kaj egalaj laŭ digno kaj rajtoj. Ili posedas racion kaj konsciencon, kaj devus konduti unu al alia en spirito de frateco.</p></blockquote>

**Deutsch (amtlicher Text):** Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.

**Was auffällt.** Der Esperanto-Text hat 26 Wörter, der englische 30; die amtliche deutsche Fassung kommt ebenfalls mit 26 aus. Im Esperanto leistet ein Wort oft die Arbeit einer Wendung: *de·nask·e* „von Geburt an“ verbindet eine Präposition, eine Wurzel und die Adverbendung. *Frat·ec·o* „Brüderlichkeit“ fügt das Suffix *-ec-* (Eigenschaft) an *frato* „Bruder“ an, so wie das Deutsche „Bruder“ zu „Brüderlichkeit“ erweitert. *Devus* ist der Konditional von *devi* „müssen“ – wörtlich „müsste“, hier „sollten“; die deutsche Fassung steht im Indikativ: „sollen“ ([Konditional](https://esperantopedia.org/de/grammatik/verben/#konditional-us)).

## 6. Das Märchen La feino (1905)

*La feino* „Die Fee“ ist die erste Geschichte im *Ekzercaro* (§ 11). Es ist Zamenhofs Fassung des Märchens, das im Englischen „Diamonds and Toads“ heißt und auf Perraults *Les Fées* („Die Feen“) zurückgeht: Ein gütiges Mädchen wird belohnt, indem Rosen, Perlen und Diamanten aus seinem Mund fallen. Das ist der Anfang.

<blockquote lang="eo"><p>Unu vidvino havis du filinojn. La pli maljuna estis tiel simila al la patrino per sia karaktero kaj vizaĝo, ke ĉiu, kiu ŝin vidis, povis pensi, ke li vidas la patrinon; ili ambaŭ estis tiel malagrablaj kaj tiel fieraj, ke oni ne povis vivi kun ili. La pli juna filino, kiu estis la plena portreto de sia patro laŭ sia boneco kaj honesteco, estis krom tio unu el la plej belaj knabinoj, kiujn oni povis trovi.</p></blockquote>

**Deutsch:** Eine Witwe hatte zwei Töchter. Die ältere glich der Mutter in Charakter und Gesicht so sehr, dass jeder, der sie sah, meinen konnte, er sehe die Mutter; beide waren so unangenehm und so hochmütig, dass man mit ihnen nicht leben konnte. Die jüngere Tochter, die in ihrer Güte und Ehrlichkeit das vollkommene Ebenbild ihres Vaters war, war außerdem eines der schönsten Mädchen, die man finden konnte.

**Was auffällt.** Die langen Sätze halten durch *ke* „dass“ und durch Relativwörter zusammen: *ĉiu, kiu* „jeder, der“ und *kiujn* „die“, das *-j* und *-n* bekommt, weil es ein Objekt im Plural ist ([Tabellwörter](https://esperantopedia.org/de/grammatik/korrelativa/#tabellw%C3%B6rter-die-s%C3%A4tze-verbinden)). Dem deutschen „die“ siehst du den Fall nicht an; Esperanto zeigt ihn mit *-n*. *La pli maljuna* „die ältere“ und *la plej belaj* „die schönsten“ zeigen den Vergleich mit *pli* und *plej*. In *povis pensi, ke li vidas* bleibt das zweite Verb im Präsens: Esperanto behält die Zeit des ursprünglichen Gedankens bei, wo das Deutsche in den Konjunktiv wechselt („er sehe die Mutter“).

## 7. La Espero, die Esperanto-Hymne

*La Espero* „Die Hoffnung“ ist ein Gedicht Zamenhofs, das 1890 ohne Titel in einem Lehrbuch für Russischsprachige erstmals gedruckt wurde. Zu einem Marsch von Félicien Menu de Ménil (1909) gesungen, dient es als inoffizielle Hymne des Esperanto ([Flagge und Symbole](https://esperantopedia.org/de/ueber-esperanto/flagge-symbole/)). Das sind ihre ersten acht Verse.

<blockquote lang="eo"><p>En la mondon venis nova sento,<br>tra la mondo iras forta voko;<br>per flugiloj de facila vento<br>nun de loko flugu ĝi al loko.<br>Ne al glavo sangon soifanta<br>ĝi la homan tiras familion:<br>al la mond’ eterne militanta<br>ĝi promesas sanktan harmonion.</p></blockquote>

**Deutsch:** In die Welt ist ein neues Gefühl gekommen, / durch die Welt geht ein mächtiger Ruf; / auf den Flügeln eines leichten Windes / fliege es nun von Ort zu Ort. / Nicht zum blutdürstenden Schwert / zieht es die menschliche Familie: / der ewig kriegführenden Welt / verspricht es heilige Harmonie.

**Was auffällt.** *En la mondon* bekommt *-n*, weil es die Bewegung in die Welt hinein bedeutet, während *tra la mondo* „durch die Welt“ keines braucht ([Richtung](https://esperantopedia.org/de/grammatik/akkusativ/#2-richtung-wohin)). Das Deutsche unterscheidet dasselbe über den Fall: „in die Welt“ (Akkusativ, Richtung) gegenüber „in der Welt“ (Dativ, Ort). Die Dichtung biegt die übliche Ordnung: In *glavo sangon soifanta* steht das Objekt *sangon* vor dem Partizip *soifanta* „dürstend“, und *ĝi la homan tiras familion* trennt das Adjektiv von seinem Substantiv. *Mond’* wirft das End-*o* ab, um ins Versmaß zu passen, was Regel 16 des *Fundamento* erlaubt. Später nennt das Gedicht die Sprecher *la esperantoj*, „die Hoffenden“ – das Wort hinter Zamenhofs Pseudonym *Doktoro Esperanto*, das zum Namen der Sprache wurde.

## Wo findest du weitere Esperanto-Texte?

- **Das *Fundamento de Esperanto*.** Die Akademio de Esperanto veröffentlicht den vollständigen Text kostenlos im Netz, einschließlich aller 42 Abschnitte des *Ekzercaro*.
- **Vikifontaro** (Esperanto-Wikisource) sammelt gemeinfreie Texte, darunter *La Espero*.
- **Project Gutenberg** bietet kostenlose Esperanto-Bücher, darunter Zamenhofs Anthologie *Fundamenta Krestomatio* (1903).
- **Vikipedio**, die Esperanto-Wikipedia, gibt Leseübung zu jedem Thema.
- **Unser Kurs.** Der [Kurs mit 12 Lektionen](https://esperantopedia.org/de/lernen/kurs/) ist um Dialoge herum gebaut, und die [kostenlosen Ressourcen](https://esperantopedia.org/de/lernen/ressourcen/) nennen gestufte Lesebücher und Podcasts.

## Häufige Fragen

### Wie sieht Esperanto aus?

Esperanto benutzt das lateinische Alphabet plus sechs Buchstaben mit Akzent (ĉ, ĝ, ĥ, ĵ, ŝ, ŭ) und wird genau so geschrieben, wie es ausgesprochen wird. Viele Wurzeln kommen Sprechern europäischer Sprachen bekannt vor, und regelmäßige Endungen zeigen die Wortart an: *-o* für Substantive, *-a* für Adjektive, *-as* für Verben in der Gegenwart.

### Was war der erste auf Esperanto veröffentlichte Text?

Das Vaterunser, *Patro nia*, war der erste Beispieltext in Zamenhofs *Unua Libro* von 1887 (Text 4 oben). Das Buch enthielt außerdem den Anfang der Genesis, einen Musterbrief und Gedichte.

### Kann ich Esperanto verstehen, ohne es zu lernen?

Teilweise. Leser europäischer Sprachen erkennen viele Wurzeln wieder, etwa *familio*, *portreto* und *harmonio*, und für Deutschsprachige kommen Verwandte wie *danki* „danken“, *trinki* „trinken“ und *hundo* „Hund“ hinzu. Die Endungen, die Tabellwörter und kleine Wörter wie *ĉu* und *ke* musst du aber lernen. Das [Wörterbuch](https://esperantopedia.org/de/woerterbuch/) zeigt die Bedeutung jedes Teils eines Wortes.

### Darf ich diese Texte frei verwenden?

Zamenhofs Texte sind gemeinfrei: Er starb 1917. Die für diese Seite geschriebenen Texte stehen wie die übrige Website unter der Lizenz CC BY-SA 4.0.

### Wie lese ich diese Texte laut vor?

Jeder Buchstabe hat einen Laut, und die Betonung liegt immer auf der vorletzten Silbe: *Es·pe·RAN·to*, *fa·mi·LI·o*. Siehe [Alphabet und Aussprache](https://esperantopedia.org/de/lernen/alphabet/).

## Quellen

- Akademio de Esperanto: [Fundamento de Esperanto – Ekzercaro](https://www.akademio-de-esperanto.org/fundamento/ekzercaro.html) (§ 11 *La feino*, § 20)
- Zamenhof, *Unua Libro* (1887), Seite 19: [Scan auf Wikimedia Commons](https://commons.wikimedia.org/wiki/File:UnuaLibro_pa%C4%9Do19_PatroNia.png)
- Vikipedio: [Patro nia](https://eo.wikipedia.org/wiki/Patro_nia) (der Text von 1887 und die IKUE-Fassung)
- F. V. Lorenc, *Úplná učebnice mezinárodní řeči dra. Esperanta* (1890), derselbe Text von 1887: [Project Gutenberg](https://www.gutenberg.org/ebooks/24575)
- Wikipedia: [Unua Libro](https://en.wikipedia.org/wiki/Unua_Libro) (Inhalt des Buches); Wikipedia (de): [Unua Libro](https://de.wikipedia.org/wiki/Unua_Libro) (deutsche Ausgabe von 1887, Beispieltexte) und [Vaterunser](https://de.wikipedia.org/wiki/Vaterunser) (Lutherfassung)
- Vikifontaro: [La Espero](https://eo.wikisource.org/wiki/La_Espero_(Zamenhof))
- Vikipedio: [La Espero](https://eo.wikipedia.org/wiki/La_Espero) (erstmals gedruckt 1890); Wikipedia: [La Espero](https://en.wikipedia.org/wiki/La_Espero) (Marsch von Menu de Ménil, 1909); Wikipedia (de): [La Espero](https://de.wikipedia.org/wiki/La_Espero)
- Vikipedio: [Universala Deklaracio de Homaj Rajtoj](https://eo.wikipedia.org/wiki/Universala_Deklaracio_de_Homaj_Rajtoj) und Omniglot: [Esperanto](https://www.omniglot.com/writing/esperanto.htm) (Artikel 1 auf Esperanto und Englisch); Wikipedia (de): [Allgemeine Erklärung der Menschenrechte](https://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Erkl%C3%A4rung_der_Menschenrechte) (amtlicher deutscher Text)
- PMEG: [Verb forms in indirect speech](https://bertilow.com/pmeg/gramatiko/subfrazoj/nerekta_parolo/verboformoj.html) und [-n for measure](https://bertilow.com/pmeg/gramatiko/rolmontriloj/n/mezuro.html)
- Reta Vortaro (ReVo): Einträge *retmesaĝo*, *aplikaĵo*, *podkasto*
- Project Gutenberg: [Fundamenta Krestomatio](https://www.gutenberg.org/ebooks/8224)
