# Aus welchen Sprachen besteht Esperanto? Herkunft der Wörter

Source: https://esperantopedia.org/de/ueber-esperanto/herkunft-der-woerter/
Language: de
Updated: 2026-10-29

> Rund 70 % der häufigen Esperanto-Wurzeln sind romanisch, 24 % germanisch; bei 21 % ist Deutsch eine Quelle. Eigene Analyse von 4.006 Wurzeln.

Esperanto beruht nicht auf einer einzigen Sprache. Seine Wurzeln stammen überwiegend aus dem **Lateinischen und den romanischen Sprachen** (Französisch, Italienisch, Spanisch), etwa ein Viertel aus **germanischen Sprachen** (Deutsch, Englisch, Jiddisch) und wenige Prozent aus slawischen Sprachen, dem Griechischen und anderen Sprachen. In unserer Analyse der 1.000 häufigsten Esperanto-Wurzeln (843 mit auswertbaren Herkunftsdaten; Stand 7. Oktober 2026) waren **69 % romanisch, 24 % germanisch, 4 % slawisch, 1 % griechisch und 2 % aus anderen Sprachen**. Auch die Grammatik ist keiner einzelnen Sprache nachgebaut: Sie ist ein kleines, regelmäßiges System aus unveränderlichen Bausteinen und steht im Aufbau den agglutinierenden Sprachen näher als den romanischen Sprachen, die die meisten Wurzeln lieferten.

Für Deutschsprachige gilt: Bei **21 %** der häufigen Wurzeln nennt Wiktionary Deutsch als eine der Quellen, von *hundo* und *tago* bis zu *ŝranko* und *ŝtrumpo*. Mehr dazu im Abschnitt „Wie viel Deutsch steckt im Esperanto?“ weiter unten.

## Unsere Analyse der Wiktionary-Etymologien

Wir haben die Wurzeln des Reta Vortaro (ReVo) mit dem englischen Wiktionary abgeglichen, das bei vielen Esperanto-Wörtern die Sprachen verzeichnet, aus denen sie entlehnt wurden. Von 12.680 Wurzeln (ohne Affixe und Eigennamen) haben 4.006 eine genannte fremdsprachige Quelle. Unter den 1.000 häufigsten Wurzeln, gereiht nach ihrem Vorkommen in 822.296 Tatoeba-Sätzen, sind es 843. Von den 2.654 Wurzeln, die ReVo als Teil des *Fundamento* (1905) kennzeichnet, sind es 1.931.

| Quellfamilie | Top-1.000-Wurzeln | *Fundamento*-Wurzeln | Alle Wurzeln mit Daten | Fließtext |
|---|---|---|---|---|
| Romanisch (Latein, Französisch, Italienisch …) | 69 % | 66 % | 60 % | 74 % |
| Germanisch (Deutsch, Englisch, Jiddisch …) | 24 % | 25 % | 24 % | 21 % |
| Slawisch (Russisch, Polnisch, Tschechisch …) | 4 % | 5 % | 5 % | 3 % |
| Griechisch | 1 % | 2 % | 5 % | 1 % |
| Andere (Arabisch, Japanisch, Finnisch …) | 2 % | 2 % | 6 % | 1 % |
| Ausgewertete Wurzeln | 843 | 1.931 | 4.006 | 2,9 Millionen Vorkommen |

Wurzeln mit Quellen in mehreren Familien, etwa *familio* „Familie“ (Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch), werden zu gleichen Teilen aufgeteilt. Der „Fließtext“ gewichtet jede Wurzel danach, wie oft sie in den Tatoeba-Sätzen vorkommt. Eine zweite Rangliste aus Zamenhofs *Fundamenta Krestomatio* (1903) ergibt fast dasselbe Bild: 71 % romanisch, 22–23 % germanisch.

### Rein romanisch, rein germanisch oder gemischt

Bei 26 % der 1.000 häufigsten Wurzeln verteilen sich die Quellen auf mehr als eine Familie.

| Familie | Nur diese Familie | Unter den Quellen genannt |
|---|---|---|
| Romanisch | 488 Wurzeln (58 %) | 693 (82 %) |
| Germanisch | 118 (14 %) | 310 (37 %) |
| Slawisch | 7 (0,8 %) | 72 (8,5 %) |
| Griechisch | 6 (0,7 %) | 14 (1,7 %) |
| Andere | 7 (0,8 %) | 20 (2,4 %) |
| Mehrere Familien | 217 (26 %) | – |

Die Spalte „genannt“ ergibt zusammen mehr als 100 %.

### Am häufigsten genannte Sprachen

| Sprache | Top-1.000-Wurzeln | Alle Wurzeln mit Daten |
|---|---|---|
| Latein | 45 % | 40 % |
| Französisch | 42 % | 33 % |
| Italienisch | 28 % | 19 % |
| Englisch | 25 % | 23 % |
| Deutsch | 21 % | 20 % |
| Russisch | 6 % | 9 % |
| Polnisch | 6 % | 8 % |
| Spanisch | 4 % | 3 % |

Latein und Französisch liegen vorn. Spanisch wird nur bei 30 der 843 häufigen Wurzeln genannt; Wurzeln, die spanisch aussehen, werden dem Latein zugerechnet, das Spanisch mit den anderen romanischen Sprachen teilt.

### Grenzen der Analyse

- Wiktionary ist ein Gemeinschaftsprojekt; nur etwa 150 Esperanto-Einträge nennen ein etymologisches Wörterbuch (das von Vilborg oder das von Cherpillod).
- Wir zählen die als direkte Quellen genannten Sprachen, nicht ältere Vorstufen (*hundo* zählt als deutsch, nicht als urgermanisch).
- Nur 32 % aller Wurzeln und 84 % der 1.000 häufigsten haben auswertbare Daten. Internationalismen wie *sistemo* und *regiono* haben oft keine Etymologie, daher sind Latein und Griechisch vermutlich unterzählt.
- Englisch wird bei lateinisch geprägten Wörtern, die es mit dem Französischen teilt (*protekti*, *rivero*), manchmal allein genannt. Rechnet man diese als romanisch, verschiebt sich der romanische Anteil der Top 1.000 nur um etwa einen Prozentpunkt.

## Vergleich mit anderen Schätzungen

| Schätzung | Romanisch | Germanisch | Rest |
|---|---|---|---|
| Mattos (1987), Grundwortschatz | 84 % | 14 % | 2 % slawisch oder griechisch |
| Janton (1994), zitiert bei Puškar (2015), Wortschatz | etwa 80 % | 10 % | 5 % Griechisch, 5 % Slawisch (seine Analyse von 1993: 75/20/5) |
| Zamenhofs ursprünglicher Wortschatz (1887) | etwa zwei Drittel | etwa ein Drittel | – |
| Diese Analyse, Top-1.000-Wurzeln | 69 % | 24 % | 7 % |
| Diese Analyse, *Fundamento*-Wurzeln | 66 % | 25 % | 9 % |

Die gängige Angabe „80 % romanisch“ entspricht dem Anteil der Wurzeln, die eine romanische Quelle *nennen* (hier 80–82 %), nicht dem Anteil der rein romanischen (55–58 %). Die Zahlen weichen ab, weil die Studien Verschiedenes zählen (Wörterbuchwurzeln, Grundwortschatz, Fließtext), weil Wörter, die über das Englische oder Deutsche ins Esperanto kamen, hier diesen Sprachen zugerechnet werden, und weil die Daten lückenhaft sind. Eine sichere Zusammenfassung lautet: zwei Drittel bis neun Zehntel romanisch, je nachdem, was gezählt wird, der größte Teil des Rests germanisch und wenige Prozent slawisch und griechisch.

## Beispielwörter nach Herkunft

| Quelle | Beispiele (laut Wiktionary genannte Quelle) |
|---|---|
| Latein | *homo* „Mensch“ (*homō*), *vidi* „sehen“ (*videō*), *sed* „aber“ (*sed*) |
| Französisch | *granda* „groß“ (*grand*), *ĉambro* „Zimmer“ (*chambre*), *infano* „Kind“ (*enfant*) |
| Italienisch | *bela* „schön“ (*bello*), *verda* „grün“ (*verde*), *ricevi* „erhalten“ (*ricevere*) |
| Deutsch und Jiddisch | *hundo* (*Hund*), *tago* (*Tag*), *knabo* (*Knabe*), *ŝati* „mögen“ (*schätzen*), *hejmo* „Heim“ (jiddisch *heym*) |
| Englisch | *birdo* „Vogel“, *suno* „Sonne“, *ŝipo* „Schiff“, *ŝi* „sie“ |
| Polnisch und Russisch | *celo* „Ziel“ (*cel*), *krado* „Gitter“ (*krata*), *nepre* „unbedingt“ (*nepremenno*), *kolbaso* „Wurst“ (*kolbasá*) |
| Griechisch | *kaj* „und“ (*καί*), *pri* „über“ (*περί*), *kosmo* „Kosmos“ (*κόσμος*) |
| Andere | *saŭno* (finnisch), *papriko* (ungarisch), *kimono* (japanisch), *islamo* (arabisch) |

### Welche Wörter stammen aus dem Englischen?

Wiktionary nennt Englisch als einzige Quelle von 264 Wurzeln (6,6 % derer mit Daten), 36 davon unter den 1.000 häufigsten. Beispiele sind *birdo*, *suno*, *ŝipo*, *boato* „Boot“, *teamo* „Team“ und moderne Entlehnungen wie *klubo*, *ĵazo* „Jazz“ und *sandviĉo*.

### Welche Wörter sind slawisch?

Nur 65 Wurzeln (1,6 %) haben ausschließlich slawische Quellen, darunter *vosto* „Schwanz“ (russisch *xvost*), *gladi* „bügeln“ (russisch *gladitʹ*), *barĉo* „Borschtsch“ (polnisch *barszcz*) und *roboto* (tschechisch *robot*). Slawische Sprachen werden bei 12 % der Wurzeln genannt, meist bei Internationalismen wie *fakto*, die es auch im Russischen und Polnischen gibt. Größer ist der slawische Einfluss in Bedeutung und Grammatik: Das Präfix *ek-* und das Suffix *-ad-* erinnern an den slawischen Verbalaspekt.

### Welche Wörter enthalten ĥ und ĵ?

Etwa 205 der 12.680 Wurzeln enthalten **ĥ**, 67 enthalten **ĵ**. Von den 44 ĥ-Wurzeln mit Daten nennen 23 das Griechische, etwa *ĥaoso* „Chaos“, *teĥniko* „Technik“ und *ĥoro* „Chor“; einige stammen aus dem Russischen (*kolĥozo*), Hebräischen (*ĥasido*) oder Arabischen (*ĥalifo*). Von den 32 ĵ-Wurzeln mit Daten nennen 21 eine romanische Sprache, meist Französisch (*ĵurnalo* „Zeitung“, *ĵeti* „werfen“, *ĵaŭdo* „Donnerstag“), einige Englisch (*ĵazo*) oder Japanisch (*ĵudo*). Wie du beide Laute aussprichst, steht unter [Alphabet und Aussprache](https://esperantopedia.org/de/lernen/alphabet/).

## Wie viel Deutsch steckt im Esperanto?

Bei **21 %** der 1.000 häufigsten Wurzeln (174 von 843) nennt Wiktionary Deutsch als eine der Quellen; bei **44 Wurzeln (5,2 %)** ist Deutsch die einzige genannte Sprache. Unter den Quellsprachen steht Deutsch damit an fünfter Stelle, hinter Latein (45 %), Französisch (42 %), Italienisch (28 %) und Englisch (25 %), aber vor Russisch (6 %) und Polnisch (6 %). Das eng mit dem Deutschen verwandte Jiddisch wird bei 31 Wurzeln (3,7 %) genannt, nie als einzige Quelle.

### Wörter, die du sofort erkennst

In den folgenden Wörtern nennt Wiktionary Deutsch als Quelle. Das deutsche Wort steht auch in ReVo als Übersetzung; bei *ŝranko*, *ŝtrumpo*, *kelnero*, *ŝtato* und *ŝraŭbo* führt es außerdem schon der *Universala Vortaro* von 1893 in seiner deutschen Spalte (bei *ŝnuro* steht dort *Strick*).

| Esperanto | Deutsches Wort | Was sich beim Übernehmen ändert |
|---|---|---|
| *kuko* | Kuchen | *ch* wird *k*, *-en* fällt weg, es kommt die Endung *-o* |
| *kelnero* | Kellner | *ll* wird *l* (auch jiddisch *kelner*) |
| *ŝranko* | Schrank | *sch* wird *ŝ* |
| *ŝnuro* | Schnur | *sch* wird *ŝ* (auch jiddisch, polnisch, russisch) |
| *ŝraŭbo* | Schraube | *sch* wird *ŝ*, *au* wird *aŭ* |
| *ŝtrumpo* | Strumpf | *Str-* spricht man „Schtr-“, also *ŝtr-*; das *-f* fällt weg |
| *ŝtato* | Staat | *St-* wird *ŝt-*, *aa* wird *a* |
| *ŝtalo* | Stahl | *St-* wird *ŝt-*, das Dehnungs-h fällt weg |
| *ŝteli* | stehlen | *St-* wird *ŝt-*, das Dehnungs-h fällt weg, aus *-en* wird die Verbendung *-i* |

Die Schreibung folgt der Aussprache: Deutsches „sch“ wird zu *ŝ*, und am Wortanfang, wo man „scht“ spricht, zu *ŝt-*. Das gilt nur für Wörter aus dem Deutschen. *Stelo* „Stern“ (aus lateinisch *stella*) und *stari* „stehen“ (aus italienisch *stare*) behalten ihr *st-*.

Weitere Wörter, bei denen Wiktionary nur Deutsch als Quelle nennt, sind Verben wie *lasi* „lassen“, *ŝalti* „schalten“, *gliti* „gleiten“, *taŭgi* „taugen“, *bedaŭri* „bedauern“ und *ŝajni* „scheinen“, Nomen wie *monato* „Monat“, *gasto* „Gast“, *bildo* „Bild“, *farbo* „Farbe“, *ŝafo* „Schaf“ und *ŝerco* „Scherz“ sowie kleine Wörter wie *nur*, *nun* und *ja*. Bei *laŭ* (aus „laut“), *morgaŭ* (aus „morgen“) und *jen* (aus „jener“; ReVo übersetzt es mit „hier, da, sieh da“) nennt Wiktionary neben dem Deutschen auch das Jiddische. Auch das *dank-* in *Dankon!* stammt laut Wiktionary aus dem deutschen „Dank“; mehr dazu unter [Danke, bitte, Entschuldigung auf Esperanto](https://esperantopedia.org/de/redewendungen/danke-bitte-entschuldigung/).

*Knabo* ist das übliche Esperanto-Wort für „Junge“, auch wenn „Knabe“ im heutigen Deutsch altertümlich klingt: Laut Wiktionary war es zur Zeit der Entstehung des Esperanto noch Standardsprache.

### Fallstricke für Deutschsprachige

Wo ein Wort aus dem Deutschen kommt, muss es nicht dasselbe bedeuten. Drei Beispiele, mit den Angaben aus ReVo:

- ***Ja* heißt nicht „ja“ als Antwort.** Es ist die betonende und einräumende Partikel („ja“, „zwar“ in ReVo), wie in „Er ist ja mein Freund“: *li estas ja mia amiko, sed mi ne aprobas lian konduton* – „er ist zwar mein Freund, aber ich billige sein Verhalten nicht“ (ReVo). Die Antwort „Ja“ lautet ***jes*** (laut Wiktionary aus dem Englischen entlehnt).
- ***Ŝlosi* ist „abschließen“, nicht allgemein „schließen“.** ReVo definiert es als „mit einem Schloss schließen“: *Ŝlosu vian pordon post vi* – „Schließ deine Tür hinter dir ab“. „Schließen“ heißt *fermi*.
- ***Ŝati* ist „wertschätzen, mögen“, nicht „abschätzen“.** Wer etwas einschätzen oder taxieren will, sagt *taksi*: ReVo übersetzt es mit „abschätzen, bewerten, taxieren“.

## Ist die Mischung chaotisch?

Nein: Die Quellen sind gemischt, das System ist es nicht. Zamenhofs Regel 15 in den [16 Regeln](https://esperantopedia.org/de/grammatik/16-regeln/#regel-15-fremdw%C3%B6rter) besagt, dass internationale Wörter ganz übernommen werden, mit Esperanto-Schreibung und -Endungen. Kompromisse wie *tondri* „donnern“ (englisch *thunder*, französisch *tonner*) sind selten.

Jede Wurzel folgt dann denselben Regeln:

- **Ein Laut pro Buchstabe**, sodass ein entlehntes Wort so geschrieben wird, wie man es spricht.
- **Feste Endungen** (*-o*, *-a*, *-e*, *-i*) und keine unregelmäßigen Verben.
- **Unveränderliche Bausteine**: *san* „gesund“ bleibt immer *san* und ergibt *mal·san·ul·ej·o* „Krankenhaus“. Siehe [Wortbildung](https://esperantopedia.org/de/grammatik/wortbildung/).

Sprachwissenschaftler beschreiben Esperanto als lexikalisch romanisch, morphologisch agglutinierend und in gewissem Maß isolierend (Blanke, 1985). Eine Studie von 2010 (Parkvall) fand es etwas europäisch geprägt, aber deutlich weniger als die europäischen Sprachen selbst. Naturalistische Plansprachen wie Interlingua übernehmen natürlichen Wortschatz mit wenig eigener Ableitung; siehe [Esperanto im Vergleich](https://esperantopedia.org/de/ueber-esperanto/plansprachen-vergleich/).

## Wie viele Wörter erkennst du als Deutschsprachiger?

Du erkennst zwei Schichten wieder: die deutschen Wurzeln (Deutsch wird bei 21 % der häufigen Wurzeln genannt) und die lateinisch-französischen Fremdwörter, die auch das Deutsche kennt, etwa *familio*, *kongreso*, *fabriko* und *filmo*. Wer in der Schule Englisch, Französisch oder Latein gelernt hat, erkennt weitere Wurzeln: Französisch wird bei 42 %, Englisch bei 25 % der häufigen Wurzeln genannt. Nicht jede germanische Wurzel sieht deutsch aus: Bei *birdo*, *suno* und *ŝipo* nennt Wiktionary nur das Englische (*bird*, *sun*, *ship*), und sie ähneln „Vogel“, „Sonne“ und „Schiff“ weniger als den englischen Wörtern.

Wir haben keine veröffentlichte Messung gefunden, wie viel Esperanto-Wortschatz Sprecher einer bestimmten Sprache erkennen, und nennen deshalb keinen Prozentsatz; die Tabellen zeigen die Herkunft, nicht die Erkennbarkeit. Schlag Wörter im [Wörterbuch](https://esperantopedia.org/de/woerterbuch/) nach oder lies, wie [Zamenhof](https://esperantopedia.org/de/ueber-esperanto/zamenhof/) 1887 die 917 Wurzeln des [*Unua Libro*](https://esperantopedia.org/de/ueber-esperanto/unua-libro/) auswählte.

## Häufige Fragen

### Ist Esperanto Spanisch?

Nein. Spanisch wird als Quelle für etwa 4 % der 1.000 häufigsten Wurzeln genannt, gegenüber 45 % für Latein, 42 % für Französisch und 28 % für Italienisch. Esperanto kann wie Spanisch oder Italienisch klingen, weil es fünf reine Vokale hat und seine lateinischen Wurzeln oft spanische Verwandte haben.

### Ist Esperanto eine Mischung aus mehreren Sprachen?

Im Wortschatz ja: Die Wurzeln stammen aus vielen, überwiegend europäischen Sprachen. Die Mischung ist geordnet, weil jede Wurzel ganz übernommen, lautgetreu geschrieben und nach regelmäßigen Regeln verbunden wird.

### Ist Esperanto mit dem Deutschen verwandt?

Nicht im Sinne einer Sprachfamilie, aber im Wortschatz: Bei 21 % der häufigen Wurzeln nennt Wiktionary Deutsch als Quelle, etwa bei *hundo*, *tago*, *monato* und *ŝranko*. Die Grammatik ist eigenständig und viel einfacher als die deutsche: kein grammatisches Geschlecht, nur Nominativ und Akkusativ, keine unregelmäßigen Verben.

### Welche Sprache steht dem Esperanto am nächsten?

Keine einzelne. Nach dem Wortschatz werden Latein und Französisch am häufigsten genannt, dann Italienisch, Englisch und Deutsch. Nach dem Aufbau argumentierte Claude Piron, dass die Wortbildung eher dem Chinesischen ähnelt als typischen europäischen Sprachen, mit einer slawischen Schicht in Bedeutung und Grammatik. Eine veröffentlichte Studie, die eine einzelne nächstverwandte Sprache bestimmt, haben wir nicht gefunden.

### Ist Esperanto eurozentrisch?

Beim Wortschatz größtenteils ja: Romanische, germanische, slawische und griechische Quellen machen etwa 98 % der häufigen Wurzeln mit Daten und 95 % aller Wurzeln mit Daten aus. Bei der Grammatik trifft das weniger zu. Die Argumente und Entgegnungen stehen unter [Kritik am Esperanto](https://esperantopedia.org/de/ueber-esperanto/kritik/).

## Quellen

- Wiktionary (englische Ausgabe, CC BY-SA), Esperanto-Einträge, extrahiert mit [Wiktextract auf kaikki.org](https://kaikki.org/dictionary/Esperanto/index.html), heruntergeladen am 7. Oktober 2026; unsere eigene Auswertung von 135.141 Einträgen
- [Reta Vortaro (ReVo)](https://reta-vortaro.de/), Ausgabe vom 7. Oktober 2026: Wurzelliste, *Fundamento*-Markierungen und deutsche Übersetzungen
- [Universala Vortaro](https://www.akademio-de-esperanto.org/fundamento/universala_vortaro.html) (1893), Teil des *Fundamento*: französische, englische, deutsche, russische und polnische Entsprechungen
- [Tatoeba](https://tatoeba.org/), Esperanto-Sätze (CC BY 2.0 FR), und Zamenhof, [*Fundamenta Krestomatio*](https://www.gutenberg.org/ebooks/8224) (Projekt Gutenberg): Worthäufigkeiten
- Wikipedia, [Esperanto etymology](https://en.wikipedia.org/wiki/Esperanto_etymology): Geraldo Mattos, „La deveno de Esperanto“, *Fonto*, 1987 (84 % lateinisch geprägt, 14 % germanisch, 2 % slawisch oder griechisch im Grundwortschatz); ursprünglicher Wortschatz zu etwa zwei Dritteln romanisch und einem Drittel germanisch
- Wikipedia, [Esperanto](https://en.wikipedia.org/wiki/Esperanto) und [Esperanto grammar](https://en.wikipedia.org/wiki/Esperanto_grammar): Krunoslav Puškar, „Common criticism of Esperanto: facts and fallacies“, *Język. Komunikacja. Informacja* 10 (2015), etwa 80 % romanisch; Detlev Blanke, *Internationale Plansprachen* (1985)
- Mikael Parkvall, [„How European is Esperanto? A typological study“](https://doi.org/10.1075/lplp.34.1.04par), *Language Problems and Language Planning* 34(1), 2010
- Claude Piron, [„Esperanto: European or Asiatic language?“](http://claudepiron.free.fr/articlesenanglais/europeanorasiatic.htm), 1981
- Zum Weiterlesen: Andras Rajki, [*Etymological Dictionary of the Esperanto Language*](https://reto.cn/php/esperanto/esperantaj-vortoj/etimologia-vortaro-de-esperanto/) (E.D.E.L., Budapest 2006), online lesbar (Kopie auf der Seite Verda Reto): rund 3.900 Einträge, bei jedem Esperanto-Wort die entsprechenden Wörter auf Russisch, Litauisch, Polnisch, Jiddisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch und Latein; Bedeutungen werden nicht angegeben
- Zum Weiterlesen: Ebbe Vilborg, *Etimologia vortaro de Esperanto*, 5 Bände (Malmö: Eldona Societo Esperanto, 1989–2001), gedrucktes etymologisches Wörterbuch des Esperanto, auf Esperanto verfasst
