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Über Esperanto

Esperanto-Organisationen: UEA, TEJO, Akademie, DEB

Esperanto hat keinen Staat, deshalb übernehmen freiwillige Vereinigungen, was sonst ein Staat täte – Unterricht, Verlage, Kongresse und die Pflege der Sprache.

Aktualisiert: 5 Min. Lesezeit

Die wichtigste Esperanto-Organisation ist die Universala Esperanto-Asocio (deutsch Esperanto-Weltbund, UEA), am 28. April 1908 in Genf gegründet und seit 1955 in Rotterdam ansässig. Ihre Jugendsektion ist TEJO, die Esperanto-Weltjugendorganisation. Die Akademio de Esperanto wacht über die Sprache selbst. Daneben arbeiten rund 70 nationale Verbände und Dutzende internationale Fachgruppen – für Lehrer (ILEI), Arbeiter (SAT), Katholiken (IKUE), Protestanten (KELI) und viele Berufe.

Welche sind die wichtigsten Esperanto-Organisationen?

OrganisationGegründetSitzAufgabe
Universala Esperanto-Asocio (UEA)28. April 1908, GenfRotterdam, NiederlandeWichtigster internationaler Verband: Weltkongress, Verlag, offizielle Beziehungen zu UNESCO und UNO
Tutmonda Esperantista Junulara Organizo (TEJO)14. August 1938, Groet, Niederlande (als TJO)RotterdamJugendorganisation bis 35 Jahre; veranstaltet den Internationalen Jugendkongress und betreibt Pasporta Servo
Akademio de Esperanto1905 (als Sprachkomitee); heutige Form seit 1948International (rechtlicher Sitz in den Niederlanden)Hütet das Fundamento, berät zum richtigen Gebrauch, beschließt offizielle Wortschatzerweiterungen
Internacia Ligo de Esperantistaj Instruistoj (ILEI)12. August 1949, BournemouthInternationalLehrerverband; Unterrichtsmaterial und Fortbildung
SAT (Sennacieca Asocio Tutmonda)August 1921, PragParisNichtnationaler Arbeiterverband; Herausgeber des großen Esperanto-Wörterbuchs PIV
IKUE (katholisch)1910, ParisRomInternationale Katholische Esperanto-Union
KELI (christlich, überwiegend protestantisch)1911, AntwerpenInternationalChristliche Esperanto-Liga; Zeitschrift Dia Regno
Esperantic Studies Foundation (ESF)1968, USAUSAFördert Forschung und Bildung, auch die Website lernu!
E@I (Education@Internet)2000 (Arbeitsgruppe); selbstständig seit 2005SlowakeiBetreibt lernu! und weitere Online-Projekte

Was macht die Universala Esperanto-Asocio?

Die UEA wurde am 28. April 1908 in Genf vom Schweizer Journalisten Hector Hodler, dem französischen Lehrer Théophile Rousseau und anderen gegründet. Ihr bekanntester Dienst ist bis heute ein weltweites Netz örtlicher Kontaktpersonen, der Delegierten (delegitoj), die Esperanto-Sprechern und Reisenden in ihrer Stadt oder ihrem Fachgebiet helfen. Sie zog 1955 nach Rotterdam um und arbeitet seit 1962 in einem Gebäude am Nieuwe Binnenweg.

Ihre wichtigsten Tätigkeiten heute:

  • Organisation des jährlichen Esperanto-Weltkongresses;
  • Herausgabe der Monatszeitschrift Esperanto (gegründet 1905, seit 1908 Organ der UEA) und von Büchern;
  • Vertretung der Bewegung bei internationalen Stellen – bei der UNESCO, zu der sie seit der Resolution von Montevideo 1954 offizielle Beziehungen hat, und beim Wirtschafts- und Sozialrat der UNO (ECOSOC), wo sie seit 1998 besonderen Konsultativstatus hat;
  • Durchführung der KER-Prüfungen in Esperanto, die am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) ausgerichtet sind, seit Dezember 2008, zunächst gemeinsam mit dem staatlichen Prüfungszentrum Ungarns (ORIGO); seit Juli 2021 führt die UEA sie allein durch.

Größe. 2023 hatte die UEA 4.700 Einzelmitglieder in 130 Ländern und Gebieten, einschließlich der Mitglieder angeschlossener nationaler Verbände etwa 12.800. 2025 wurde der Brasilianer Fernando Maia Jr. für 2025–2028 zum Präsidenten gewählt.

Bibliothek. Die historische Hector-Hodler-Bibliothek der UEA (laut Nationalbibliothek Polens fast 30.000 Bücher, Zeitschriftenjahrgänge und Kartons mit Fotos und Aufnahmen) ging 2023 an diese Bibliothek in Warschau; ein kleiner Teil (etwa 5 %) war 2022 an die Österreichische Nationalbibliothek gegangen.

Was ist TEJO?

TEJO (Tutmonda Esperantista Junulara Organizo) ist die Jugendorganisation der Bewegung. Sie wurde am 14. August 1938 in Groet in den Niederlanden als TJO gegründet, erhielt 1952 ihren heutigen Namen, wurde 1956 Jugendsektion der UEA und ist seit 2017 rechtlich selbstständig. Die Altersgrenze liegt bei 35 Jahren.

TEJO veranstaltet den jährlichen Internationalen Jugendkongress (IJK) – 2026 in Tiana in Katalonien – und das Gastgebernetz Pasporta Servo, das 1974 als gedruckte Liste mit 40 Gastgebern begann und heute mehr als 2.400 Gastgeber in 121 Ländern führt. Ihre Zeitschrift heißt Kontakto.

Was macht die Akademio de Esperanto?

Die Akademio de Esperanto ist das unabhängige Beratungsgremium der Sprache, vergleichbar mit einer Sprachakademie für eine Nationalsprache. Sie ging aus dem Sprachkomitee (Lingva Komitato) hervor, das auf dem ersten Weltkongress 1905 eingesetzt wurde; das Komitee und seine Oberkommission vereinigten sich 1948 zur Akademie.

  • Mitglieder: bis zu 45 Sprachfachleute, auf neun Jahre gewählt, ein Drittel alle drei Jahre neu.
  • Hauptaufgabe: das Fundamento de Esperanto (1905) zu bewahren, die feste Grundlage von Grammatik und Grundwortschatz.
  • Offizielle Ergänzungen: Sie hat von 1909 bis 2023 zehn offizielle Wortschatzergänzungen beschlossen. Die zehnte, am 24. September 2023 beschlossen, nahm 420 Wortwurzeln auf, überwiegend Orts- und Völkernamen.
  • Beratung: Ihr Sprachdienst (Lingva Konsultejo) beantwortet Fragen zum richtigen Gebrauch.

Die Akademie erfindet keine Wörter und erzwingt keine Reformen; sie hält fest und empfiehlt. Zu den Regeln, die sie schützt, siehe die 16 Regeln der Esperanto-Grammatik.

Welche Esperanto-Organisationen gibt es in Deutschland?

Der zentrale Verband ist der Deutsche Esperanto-Bund (DEB; auf Esperanto Germana Esperanto-Asocio, GEA) mit Sitz in Berlin. Er wurde 1906 in Braunschweig als Deutsche Esperantisten-Gesellschaft gegründet und führt seinen heutigen Namen seit 1909. Die Nationalsozialisten lösten die letzten Esperanto-Verbände im Juni 1936 auf; in den drei Westzonen wurde der DEB 1947 wiedergegründet, zunächst mit Sitz in München, und 1991 vereinigte er sich mit dem Verband der DDR.

  • Zeitschrift: Esperanto aktuell, die diesen Titel seit 1982 trägt und in ihrer jetzigen Form seit 1992 erscheint.
  • Jugend: die Deutsche Esperanto-Jugend (DEJ), gegründet 1951.
  • Treffen: der jährliche Deutsche Esperanto-Kongress.
  • Bildungszentrum: das Interkultura Centro Herzberg (ICH) in Herzberg am Harz, wo Mitglieder die Sprache lernen und an Vorträgen, Kursen und Seminaren teilnehmen können.

In der UEA stand Deutschland 2023 mit 394 Einzelmitgliedern auf Platz 2 weltweit hinter Frankreich.

Welche anderen Organisationen sind wichtig?

Die ILEI (Internacia Ligo de Esperantistaj Instruistoj), 1949 gegründet, verbindet Esperanto-Lehrer in etwa 70 Ländern. Die SAT, 1921 vom französischen Aktivisten Eugène Lanti gegründet, vereint linksgerichtete „nichtnationale“ Esperantisten; sie hatte einst mehr als 6.500 Mitglieder (1929–30) und gibt das Plena Ilustrita Vortaro (PIV) heraus, das wichtigste einsprachige Wörterbuch, erstmals 1970 erschienen.

Zu den religiösen Gruppen zählen IKUE (katholisch, 1910) und KELI (christlich, 1911). Berufsverbände gibt es für Ärzte, Wissenschaftler, Eisenbahner, Journalisten, Blinde und viele andere Gruppen; die meisten treffen sich während des Weltkongresses.

Forschung. Das Zentrum für Forschung und Dokumentation über weltsprachliche Probleme der UEA (CED, 1952) unterstützt die Fachzeitschrift Language Problems and Language Planning, die seit 1977 erscheint (von 1969 an als La Monda Lingvo-Problemo).

Welche nationalen Esperanto-Verbände sind die ältesten?

Die meisten Länder mit aktiver Gemeinschaft haben einen nationalen Verband, der der UEA angeschlossen ist – insgesamt etwa 70. Einige der ältesten und größten:

LandVerbandGegründet
FrankreichSociété pour la propagation de l'espéranto (heute Espéranto-France)1898 – der erste nationale Verband
Vereinigtes KönigreichBritish Esperanto Association (heute Esperanto Association of Britain)1904
DeutschlandDeutscher Esperanto-Bund (als Deutsche Esperantisten-Gesellschaft in Braunschweig; Name seit 1909)1906
BrasilienBrasilianische Esperanto-Liga21. Juli 1907
PolenPolnische Esperantisten-Gesellschaft unter Antoni Grabowski (heute Polnischer Esperanto-Verband)16. Mai 1908
JapanJapanisches Esperanto-Institut1919
ChinaChinesische Esperanto-Liga11. März 1951
Vereinigte StaatenEsperanto League of North America (heute Esperanto-USA)1952

Wo diese Gemeinschaften am stärksten sind, steht unter Wo wird Esperanto gesprochen.

Häufige Fragen

Was ist die UEA?

Die Universala Esperanto-Asocio, 1908 in Genf gegründet und in Rotterdam ansässig. Sie ist die größte internationale Esperanto-Organisation, veranstaltet den Weltkongress und vertritt Esperanto bei UNESCO und UNO.

Wer entscheidet, was richtiges Esperanto ist?

Die Akademio de Esperanto gibt maßgebliche Empfehlungen auf der Grundlage des Fundamento de Esperanto (1905), das niemand ändern darf. In der Praxis prägen auch der Gebrauch guter Autoren und die Gemeinschaft die Sprache.

Gibt es eine Esperanto-Organisation für junge Leute?

Ja. TEJO, die Esperanto-Weltjugendorganisation, steht Menschen bis 35 offen. Sie veranstaltet den Internationalen Jugendkongress und betreibt das Gastgebernetz Pasporta Servo. In Deutschland gibt es die Deutsche Esperanto-Jugend (DEJ).

Wie viele Mitglieder hat die UEA?

2023 hatte sie 4.700 Einzelmitglieder in 130 Ländern und Gebieten, einschließlich der Mitglieder angeschlossener nationaler Verbände etwa 12.800.

Wie heißt der deutsche Esperanto-Verband?

Deutscher Esperanto-Bund (DEB), auf Esperanto Germana Esperanto-Asocio. Er wurde 1906 gegründet, hat seinen Sitz in Berlin und gibt die Zeitschrift Esperanto aktuell heraus.

Wird Esperanto von den Vereinten Nationen anerkannt?

Esperanto ist keine Amtssprache der UNO. Die UEA hat seit 1954 offizielle Beziehungen zur UNESCO und seit 1998 besonderen Konsultativstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der UNO.

Quellen

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