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Redewendungen

Gefühle auf Esperanto: froh, traurig, müde und mehr

Sag mit „sein“ plus Adjektiv oder mit einem Gefühlsverb, wie es dir geht, und färbe es mit ein paar Wortteilen ein.

Aktualisiert: 6 Min. Lesezeit

Wie du dich fühlst, sagst du im Esperanto mit esti „sein“ plus Adjektiv – Mi estas feliĉa „Ich bin glücklich“, Mi estas laca „Ich bin müde“ – oder mit einem Gefühlsverb: Mi ĝojas „Ich freue mich“, Mi timas „Ich habe Angst“, Mi enuas „Ich langweile mich“. Einige Wortteile (mal-, -iĝ-, -ig-, -em-) machen aus einer Wurzel dann eine ganze Familie von Gefühlen. Die Umschrift teilt die Wörter in Silben, schreibt sie mit deutschen Buchstaben (ĉ = tsch, ĝ = dsch, ĵ = zh wie das stimmhafte „sch“ in „Journal“, aŭ = au, c = z, z = stimmhaftes „s“, v = w, s vor Vokal, p oder t als „ß“) und zeigt die betonte Silbe in Großbuchstaben; betont wird immer die vorletzte Silbe, siehe Alphabet und Aussprache.

Gefühle als Adjektive

Adjektive enden auf -a und nehmen im Plural -j: Ni estas feliĉaj „Wir sind glücklich“.

DeutschEsperantoAusspracheHinweis
glücklichfeliĉafe-LI-tschaauch „vom Glück begünstigt“
froh, erfreutĝojaDSCHO-jatiefer als gaja
fröhlich, heitergajaGA-jazeigt sich nach außen
zufriedenkontentakon-TEN-tawünscht sich nichts mehr
traurigmalĝojamal-DSCHO-jatiefer Kummer, z. B. nach einem Verlust
bedrückt, niedergeschlagenmalgajamal-GA-jaeine leichtere, vorübergehende Stimmung
traurigtristaTRIS-taoft gebraucht, kurz
unglücklichmalfeliĉamal-fe-LI-tschaauch „vom Pech verfolgt“
wütend, zornigkolerako-LE-ra
furchtsam, schreckhafttimemati-ME-ma
müdelacaLA-zaauch „überdrüssig“
schläfrigdormemador-ME-ma
nervösnervozaner-WO-sa
ruhigtrankvilatran-KWI-la
unruhig, besorgtmaltrankvilamal-tran-KWI-la
einsamsolecaßo-LE-za
stolzfierafi-E-rafiera pri vi „stolz auf dich“
eifersüchtigĵaluzazha-LU-safürchtet, zu verlieren, was ihm gehört
betrübt, verärgertĉagrenitatscha-gre-NI-ta
überraschtsurprizitaßur-pri-SI-ta

Bedeutungsnuancen. Das Wörterbuch ReVo erklärt, dass gaja nach außen gefühlt und gezeigt wird, ĝoja dagegen ein tieferes, innerliches Gefühl ist. Genauso ist malgaja eine leichtere, äußerlichere Stimmung und malĝoja ein tiefer Kummer. Häufig ist auch trista: Das PMEG nennt es eine oft gebrauchte Alternative zu malgaja und malĝoja, obwohl ReVo einen Sprachratgeber zitiert, der die Formen mit mal- vorzieht. Feliĉa bedeutet „glücklich“ im Sinn von froh und zugleich „vom Glück begünstigt“; geht es nur um Glück im Sinn von Zufall und Fortune, sagst du bonŝanca. Ĵaluza ist die Angst, etwas Eigenes zu verlieren; zu wollen, was ein anderer hat, heißt envii „beneiden“.

Gefühle auf -ita. Ĉagrenita, surprizita und ravita „entzückt“ gehen auf die Verben ĉagreni „betrüben, verärgern“, surprizi „überraschen“ und ravi „entzücken“ zurück. Die Endung -ita nennt den entstandenen Zustand, also ist Mi estas surprizita „Ich bin überrascht“ (von etwas). Das ist wie das deutsche Partizip II; siehe Partizipien.

Gefühle als Verben

VerbAusspracheBeispielDeutsch
amiA-miMi amas mian familion.Ich liebe meine Familie.
ŝatiSCHA-tiMi ŝatas tiun kanton.Ich mag dieses Lied.
plaĉiPLA-tschiTiu kanto plaĉas al mi.Dieses Lied gefällt mir.
malamimal-A-miMi malamas atendi.Ich hasse es zu warten.
ĝojiDSCHO-jiMi ĝojas pri via sukceso.Ich freue mich über deinen Erfolg.
timiTI-miMi timas la hundon.Ich habe Angst vor dem Hund.
koleriko-LE-riLi koleras pro la bruo.Er ist wegen des Lärms wütend.
enuie-NU-iMi enuas.Ich langweile mich.
hontiHON-tiMi hontas pri mia eraro.Ich schäme mich für meinen Fehler.
esperies-PE-riMi esperas, ke vi venos.Ich hoffe, dass du kommst.
bedaŭribe-DAU-riMi bedaŭras, ke mi malfruis.Es tut mir leid, dass ich zu spät war.
sopirißo-PI-riMi sopiras al la maro.Ich sehne mich nach dem Meer.

Mögen, lieben, hassen. In der heutigen Sprache ist ŝati das mildere und ami das stärkere Wort; ReVo vermerkt, dass es früher umgekehrt war. Das PMEG erklärt, dass ŝati und plaĉi fast dasselbe bedeuten, aber die Rollen tauschen: Mi ŝatas la libron entspricht La libro plaĉas al mi – das deutsche „Das Buch gefällt mir“ ist genau die zweite Konstruktion. Für „Ich mag es nicht“ nimm Mi ne ŝatas ĝin und spare malami für echten Hass. Malŝati wird in manchen Wörterbüchern mit „nicht mögen“ übersetzt, doch ReVo definiert es als etwas für wertlos oder unwichtig halten; deshalb ist Mi ne ŝatas die sicherere Wendung. Für die Liebe zwischen Menschen siehe Ich liebe dich.

Was nach dem Verb kommt. Den Grund nennst du mit pri oder pro: ReVo hat sowohl ĝoji pri la bonaĵo als auch mi ĝojas pro via helpo. Ein ganzer Satz bekommt ke: Mi ĝojas, ke vi venis; Mi timas, ke pluvos „Ich fürchte, es wird regnen“. Dieselben Teile folgen auf esti plus Adjektiv: Mi estas ĝoja, ke vi venis. Hunger und Durst stehen unter Essen und Trinken, Kälte und Hitze unter Wetter und Jahreszeiten.

Vier Wege, zu sagen, wie du dich fühlst

MusterBeispielDeutsch
esti + AdjektivMi estas laca.Ich bin müde.
GefühlsverbMi timas.Ich habe Angst.
senti sin + AdjektivMi sentas min sola.Ich fühle mich einsam.
Estas al mi + AdverbEstas al mi malvarme.Mir ist kalt.

In senti sin „sich fühlen“ ist min das Objekt, und das Adjektiv dahinter beschreibt dich, deshalb bekommt es kein -n: Ni sentas nin solaj „Wir fühlen uns einsam“. Das PMEG nennt das eine durch das Verb angeschlossene Beschreibung. Für das Wie des Befindens nimmst du ein Adverb: Mi sentas min bone „Ich fühle mich gut“. Das letzte Muster stammt aus dem PMEG, das Estas al mi malvarme aus Zamenhofs Übersetzung von Andersens Märchen zitiert; al mi nennt die Person, die es fühlt – wie das „mir“ im deutschen „Mir ist kalt“.

Wortteile, die Gefühle bilden

WortteilWirkungBeispiele
mal-das Gegenteilfeliĉa → malfeliĉa „unglücklich“, kontenta → malkontenta „unzufrieden“, ĝoji → malĝoji „trauern“, espero → malespero „Verzweiflung“, ami → malami „hassen“
-iĝ-werdenkolera → koleriĝi „wütend werden“, laca → laciĝi „müde werden“, trankvila → trankviliĝi „sich beruhigen“, enui → enuiĝi „sich zu langweilen beginnen“, ĉagreni → ĉagreniĝi „betrübt werden“
-ig-bewirken, dass jemand sich so fühltĝoji → ĝojigi „erfreuen“, timi → timigi „ängstigen“, koleri → kolerigi „erzürnen“, trankvila → trankviligi „beruhigen“, enui → enuigi „langweilen“
-ig- + -aein Gefühl auslösendenuiga „langweilig“, laciga „ermüdend“, timiga „furchterregend“, ĝojiga „erfreulich“
-em-geneigt zutimema „furchtsam“, kolerema „jähzornig“, hontema „schüchtern“, plorema „weinerlich“, enviema „neidisch“
-eg-sehr starkfeliĉega „überglücklich“, kolerega „außer sich vor Wut“, lacega „erschöpft“
-et-schwachkolereta „leicht verärgert“, rideti „lächeln“ (von ridi „lachen“)
ek-plötzlichektimi „erschrecken“, ekridi „auflachen“, ekami „beginnen zu lieben“

Mehr zu Präfixen und Suffixen. Einige Punkte zum Aufpassen:

  • Gegenteil oder nur „nicht“. Mal- ist die gegenteilige Idee, ne verneint nur. Das Beispielpaar des PMEG ist ami → malami: Mi ne amas lin „Ich liebe ihn nicht“, aber Mi malamas lin „Ich hasse ihn“.
  • Kein ĝojiĝi. ReVo führt ĝojiĝi nicht auf, weil ĝoji schon „Freude empfinden“ bedeutet.
  • Angst. Timiĝi gibt es, doch das PMEG empfiehlt ektimi für „erschrecken“.
  • Ein vorübergehender Zustand. Das PMEG sagt, -em- kann auch einen augenblicklichen Drang benennen: dormema ist „schläfrig“, nicht „schläft viel“.

Nach Gefühlen fragen und antworten

EsperantoAusspracheDeutsch
Kiel vi fartas?KI-el wi FAR-tasWie geht es dir?
Kiel vi sentas vin?KI-el wi SSEN-tas winWie fühlst du dich?
Kio estas al vi?KI-o ES-tas al wiWas ist los mit dir?
Kio okazis?KI-o o-KA-sisWas ist passiert?
Kio ĝenas vin?KI-o DSCHE-nas winWas stört dich?
Kial vi estas malĝoja?KI-al wi ES-tas mal-DSCHO-jaWarum bist du traurig?
Nenio, mi nur estas laca.ne-NI-o, mi nur ES-tas LA-zaNichts, ich bin nur müde.

ReVo definiert farti als gutes oder schlechtes Befinden in Bezug auf die Körperfunktionen, und Kiel vi fartas? ist weiterhin das übliche „Wie geht es dir?“; die Antworten stehen unter Begrüßung. Kiel vi sentas vin? fragt nach deiner Stimmung im Moment.

Trösten und reagieren

EsperantoAusspracheDeutsch
Ne ploru.ne PLO-ruWeine nicht.
Ne timu.ne TI-muHab keine Angst.
Ne zorgu.ne SOR-guMach dir keine Sorgen.
Trankviliĝu.tran-kwi-LI-dschuBeruhige dich.
Ĉio estos en ordo.TSCHI-o ES-tos en OR-doAlles wird gut. (wörtlich „in Ordnung“)
Mi kunsentas kun vi.mi kun-SSEN-tas kun wiIch fühle mit dir.
Mi kondolencas.mi kon-do-LEN-zasMein Beileid.
Kia domaĝo!KI-a do-MA-dschoWie schade!
Mi ĝojas pri vi.mi DSCHO-jas pri wiIch freue mich für dich.
Mi fieras pri vi.mi fi-E-ras pri wiIch bin stolz auf dich.

Die Aufforderungen enden auf -u, dem Volitiv (Befehlsform), und ne macht sie verneinend. Kurze Ausrufe wie Ve! „wehe, ach“ und Hura! „hurra“ sind Interjektionen.

Hinweise für Deutschsprachige

  • Reflexive Verben. Deutsche Gefühlsverben haben oft ein „sich“ (sich freuen, sich schämen, sich langweilen), die Esperanto-Verben nicht: Mi ĝojas, Mi hontas, Mi enuas. Das Reflexivpronomen bleibt vor allem bei senti sin „sich fühlen“.
  • Präpositionen. Achte auf pri: „stolz auf“ ist fiera pri, „sich freuen über“ ĝoji pri, „sich schämen für“ honti pri. „Sich sehnen nach“ heißt dagegen sopiri al. Bei „Angst haben vor“ steht gar keine Präposition: Mi timas la hundon.
  • Zwei Wörter für „müde“. Das deutsche „müde“ deckt laca (erschöpft, matt) und dormema (schläfrig) ab.
  • „Gern“. Eine Vorliebe drückst du mit ŝati und Infinitiv aus: „Ich lese gern“ ist Mi ŝatas legi. ReVo übersetzt ŝati mit „schätzen, wertschätzen“ und „mögen, gern tun“. Das Adverb volonte heißt dagegen „bereitwillig, gern“ (ReVo: ŝi volonte laboras).
  • -ig- und -iĝ-. -Ig- entspricht oft einem deutschen Verb auf „-en“ oder „machen“ (ĝojigi „erfreuen“, timigi „ängstigen“), -iĝ- dem „werden“ oder „sich“ (trankviliĝi „sich beruhigen“). Mehr unter -ig- und -iĝ-.
  • Falsche Freunde und Aussprache. Kolera heißt „wütend“, nicht „Cholera“; die Krankheit ist ĥolero (ReVo). Trista beschreibt auch Menschen und bedeutet „traurig“, während das deutsche „trist“ eher Orte und Wetter meint. Ĝoja spricht man DSCHO-ja, ĵaluza zha-LU-sa mit dem „j“ aus „Journal“, feliĉa fe-LI-tscha.

Häufige Fragen

Wie sagt man „Ich bin glücklich“ auf Esperanto?

Mi estas feliĉa oder Mi estas ĝoja. Mi ĝojas allein heißt „Ich freue mich“, meist über etwas Bestimmtes.

Wie sagt man „Ich bin müde“ auf Esperanto?

Mi estas laca. „Ich bin erschöpft“ ist Mi estas lacega und „Ich werde müde“ Mi laciĝas.

Wie sagt man „Ich bin traurig“ auf Esperanto?

Mi estas malĝoja, Mi estas malgaja oder Mi estas trista. Alle drei sind gebräuchlich, und malĝoja ist die tiefste.

Wie sagt man „Ich habe Angst“ auf Esperanto?

Mi timas, mit einem Objekt (Mi timas la hundon) oder einem Nebensatz (Mi timas, ke pluvos). „Hab keine Angst“ heißt Ne timu.

Was ist der Unterschied zwischen feliĉa und ĝoja?

Feliĉa ist das übliche „glücklich“ und bedeutet auch „vom Glück begünstigt“. Ĝoja ist „froh, freudig“, und ĝoji heißt „sich über etwas freuen“.

Quellen

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