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Grammatik

Esperanto Grammatik Spickzettel: alle Regeln auf einer Seite

Alle Endungen, Pronomen, Tabellwörter, Affixe und Regeln der Esperanto-Grammatik in kompakten Tabellen.

Aktualisiert: 8 Min. Lesezeit

Dieser Spickzettel fasst die Esperanto-Grammatik auf einer Seite zusammen, weil die Sprache regelmäßig ist: Jedes Wort hat eine feste Endung, Wortwurzeln ändern sich nie, es gibt keine unregelmäßigen Verben, kein grammatisches Geschlecht und nur einen Artikel. Zum Ausdrucken oder Speichern als PDF benutzt du den Druckbefehl deines Browsers (Strg+P, am Mac Cmd+P).

Alphabet und Aussprache

Das Alphabet hat 28 Buchstaben mit je einem Laut, und nichts bleibt stumm: a b c ĉ d e f g ĝ h ĥ i j ĵ k l m n o p r s ŝ t u ŭ v z. Die Buchstaben q, w, x und y gehören nicht dazu.

BuchstabeIPAKlingt wie
a e i o u[a e i o u]wie im Spanischen oder Italienischen: rein, ohne Diphthongierung, nie ein Schwa wie in „Liebe“
c[ts]z in „Zeit“
ĉ[tʃ]tsch in „Tschüss“
g[ɡ]g in „Gans“, immer hart
ĝ[dʒ]dsch in „Dschungel“
ĥ[x]ch in „Bach“
j[j]j in „Jahr“
ĵ[ʒ]j in „Journal“, g in „Garage“
ŝ[ʃ]sch in „Schiff“
ŭ[w]kurzes u wie in „Haus“ (nur nach einem Vokal)
r[r]gerollt oder getippt, wie im Spanischen
s[s]immer stimmlos wie in „Haus“
v[v]w in „Wasser“, nicht wie „Vater“
z[z]stimmhaftes s wie in „Rose“, nie ts
  • Betonung: Sie liegt auf der vorletzten Silbe: fa-mi-LI-o „Familie“, es-pe-RAN-to. Die Buchstaben j und ŭ sind keine Vokale, deshalb bilden aj, ej, oj, uj, aŭ, eŭ nur eine Silbe: ho-DI-aŭ „heute“.
  • Stolpersteine: Fremdwörter wie muziko (mu-ZI-ko) werden nicht auf der letzten Silbe betont. ej klingt nicht wie „ei“, eŭ nicht wie „eu“. Und b, d, g bleiben auch am Silbenende stimmhaft (sed „aber“ endet auf stimmhaftes d, nicht auf „t“).
  • Kein ĉ, ĝ, ŝ auf der Tastatur? Schreibe das x-System (cx, gx, sx, hx, jx, ux). Das h-System des Fundamento selbst lautet ch, gh, sh, hh, jh, u.

Mehr dazu: Alphabet und Aussprache.

Wortendungen

Die Endung zeigt die Wortart oder die Verbform, die Wurzel davor ändert sich nie. Elf Endungen leisten die ganze Arbeit.

EndungAufgabeBeispielÜbersetzung
-oSubstantivlibro„Buch“
-aAdjektivnova libro„neues Buch“
-eAdverbbone„gut“
-jPlurallibroj„Bücher“
-nObjekt, Richtung, Zeit, MaßMi legas libron.„Ich lese ein Buch.“
-iInfinitivlegi„lesen“
-asPräsensmi legas„ich lese, ich bin am Lesen“
-isVergangenheitmi legis„ich las, ich habe gelesen“
-osFuturmi legos„ich werde lesen“
-usKonditionalmi legus„ich würde lesen“
-uBefehl, Wunschlegu!„lies!“
  • Reihenfolge: erst die Wortart-Endung, dann -j, dann -n. Adjektive übernehmen das -j und -n ihres Substantivs: novajn librojn „neue Bücher“ (Objekt).
  • Steigerung: pli granda ol „größer als“, la plej granda „der größte“, malpli „weniger“, tiel granda kiel „so groß wie“.
  • Ohne Endung: jam „schon“, nun „jetzt“, tre „sehr“, tro „zu, zu sehr“, ankaŭ „auch“, nur „nur“.

Mehr dazu: Grammatik im Überblick, Substantive und Adjektive, Adverbien.

Der Artikel

Esperanto hat nur einen Artikel, la „der, die, das“, für jedes Geschlecht, jede Zahl und jeden Fall: la domo, la domoj, la domojn. Für „der, die, das, den, dem, des“ steht also immer la. Ein Wort für „ein“ gibt es nicht: domo ist „ein Haus“.

  • La steht bei Bekanntem oder Einzigartigem: la suno „die Sonne“.
  • Er entfällt vor Namen (Petro, Esperanto) und vor Besitz- und Zeigewörtern: mia libro, tiu domo, normalerweise nicht la mia libro.
  • Sprachnamen auf -a haben ihn: la angla „Englisch“.

Mehr dazu: der Artikel la.

Personal- und Possessivpronomen

PronomenBedeutungObjekt (-n)Possessiv (-a)
miichminmia „mein“
vidu, ihr, Sie (Einzahl und Mehrzahl)vinvia „dein, euer, Ihr“
lierlinlia „sein“
ŝisieŝinŝia „ihr“
ĝies (Ding, Tier, Baby)ĝinĝia „sein“ (einer Sache)
niwirninnia „unser“
ilisie (Mehrzahl)ilinilia „ihr“
onimanonin (selten)onia „jemandes (allgemein)“
sisich (reflexiv, 3. Person)sinsia „sein eigener, ihr eigener“
  • Possessiva sind Adjektive: miaj libroj, mian libron. Mit la stehen sie allein: la mia „meins“.
  • Si und sia verweisen auf das Subjekt ihres Satzes, nur in der dritten Person: Li lavas sin „Er wäscht sich“, Li lavas lin „Er wäscht ihn (einen anderen Mann)“.
  • Inoffiziell: ri „er oder sie“ (geschlechtsneutral). Das alte ci „du“ wird fast nie benutzt.

Mehr dazu: Pronomen.

Der Akkusativ -n

Die Endung -n kennzeichnet, worauf sich ein Verb richtet, und zeigt außerdem Richtung, Zeit und Maß an.

VerwendungBeispielÜbersetzung
Direktes ObjektMi vidas la katon.„Ich sehe die Katze.“
Richtung (wohin)Ŝi iras en la ĉambron.„Sie geht in das Zimmer.“
ZeitpunktNi venos lundon.„Wir kommen am Montag.“
MaßĜi kostas dek eŭrojn.„Es kostet zehn Euro.“
  • Adjektive, Possessiva und die Tabellwörter auf -u und -a übernehmen es: tiujn belajn katojn „diese schönen Katzen“ (Objekt).
  • Kein -n nach esti „sein“, iĝi „werden“ oder ŝajni „scheinen“: Mi estas instruisto. „Ich bin Lehrer.“
  • Kein -n nach einer Präposition, außer bei Richtung nach einer Ortspräposition: en la domo „im Haus“, en la domon „ins Haus“. Al, el, de und ĝis nehmen es nie.
  • Weil das Objekt markiert ist, ist die Wortstellung frei.
  • Dativ und Genitiv gibt es nicht: „mir“ ist al mi, „des Mannes“ ist de la viro.

Mehr dazu: der Akkusativ.

Verben

Ein Verb hat für jede Person und Zahl dieselbe Form: mi, vi, li, ni, ili parolas. Sechs Endungen ergeben alle Formen, und kein Verb ist unregelmäßig.

FormEndungparoli „sprechen“esti „sein“
Infinitiv-iparoliesti
Präsens-asmi parolas „ich spreche“estas „bin, bist, ist, sind, seid“
Vergangenheit-ismi parolis „ich sprach, habe gesprochen“estis „war, waren“
Futur-osmi parolos „ich werde sprechen“estos „wird sein“
Konditional-usmi parolus „ich würde sprechen“estus „wäre“
Befehl, Wunsch-uparolu! „sprich!“estu „sei!“
  • Ein irrealer „Wenn“-Satz hat in beiden Hälften -us: Se mi havus tempon, mi venus. „Wenn ich Zeit hätte, würde ich kommen.“
  • Nach Verben des Wollens und Bittens steht nach ke die Form auf -u: Mi volas, ke vi venu. „Ich möchte, dass du kommst.“
  • Das Passiv bildet esti mit einem Partizip Passiv, der Handelnde folgt mit de: La letero estas skribita de Anna. „Der Brief ist von Anna geschrieben.“
  • -ig- macht ein Verb mit Objekt, -iĝ- eines ohne: sidi „sitzen“, sidigi „jemanden setzen“, sidiĝi „sich setzen“.
  • Es gibt kein Perfekt mit „haben“ oder „sein“: „ich habe gesehen“ und „ich bin gegangen“ sind einfach mi vidis und mi iris.

Mehr dazu: Verben.

Partizipien

Sechs Partizipsuffixe zeigen die Phase einer Handlung. Der Vokal gibt die Phase an (a laufend, i abgeschlossen, o bevorstehend), das n kennzeichnet das Aktiv.

Laufend (a)Abgeschlossen (i)Bevorstehend (o)
Aktiv-ant-: leganta „lesend“-int-: leginta „gelesen habend“-ont-: legonta „im Begriff zu lesen“
Passiv-at-: legata „gerade gelesen werdend“-it-: legita „gelesen, fertig gelesen“-ot-: legota „noch zu lesen“
  • Endungen: -a Adjektiv (la dormanta infano „das schlafende Kind“), -e Adverb (Legante, mi lernas. „Beim Lesen lerne ich.“), -o Person (lernanto „Schüler“, Esperanto „der Hoffende“).
  • Zusammengesetzte Zeiten: esti plus Partizip: Mi estis manĝanta „Ich war beim Essen“, Mi estas manĝinta „Ich habe gegessen“, La pordo estas fermita „Die Tür ist geschlossen“.

Mehr dazu: Partizipien.

Tabellwörter (Korrelativa): die 45 Wörter

Fünf Anfänge, verbunden mit neun Endungen, ergeben 45 Wörter. Lies jedes als Anfang plus Endung: neni- + -am = neniam „nie“. Eine Merkhilfe: ki- entspricht deutschem „w-“ (wer, was, wo, wann), ti- entspricht „d-“ (der, das, da, dann).

Endungki- (Frage)ti- (Hinweis)i- (unbestimmt)ĉi- (alle, jede)neni- (kein)
-o Sachekio wastio dasio etwasĉio allesnenio nichts
-u Person, Einzelneskiu wer, welchertiu der da, jeneriu jemand, irgendeinĉiu jederneniu niemand, keiner
-a Artkia was für eintia so ein, solch einia irgendeine Art vonĉia jede Art vonnenia keinerlei
-e Ortkie wotie dort, daie irgendwoĉie überallnenie nirgends
-el Art und Weisekiel wietiel soiel irgendwieĉiel auf jede Weiseneniel auf keine Weise
-am Zeitkiam wanntiam danniam irgendwannĉiam immerneniam nie
-om Mengekiom wie vieltiom so vieliom etwas, ein wenigĉiom alles (die ganze Menge)neniom gar nichts
-al Grundkial warumtial deshalbial aus irgendeinem Grundĉial aus jedem Grundnenial aus keinem Grund
-es Besitzerkies wessenties dessenies jemandesĉies aller, jedermannsnenies niemandes
  • -j und -n: Wörter auf -u und -a nehmen beides (kiujn, tian), Wörter auf -o nur -n (kion), Wörter auf -e nur bei Richtung -n (kien), alle übrigen bleiben unverändert.
  • Wörter mit ki- leiten auch Relativsätze und indirekte Fragen ein: la viro, kiu venis „der Mann, der kam“.
  • ĉi bedeutet „dies-“: tiu ĉi oder ĉi tiu „dieser“, ĉi tie „hier“. ajn bedeutet „auch immer“: kiu ajn „wer auch immer“. da folgt auf Mengen: kiom da mono „wie viel Geld“.

Mehr dazu: alle 45 Tabellwörter.

Zahlen

Dreizehn Grundwörter nehmen weder -j noch -n an (außer unu im Sinn von „manche“: unuj … aliaj): nul 0, unu 1, du 2, tri 3, kvar 4, kvin 5, ses 6, sep 7, ok 8, naŭ 9, dek 10, cent 100, mil 1000. Zusammengeschriebene Zahlen werden multipliziert, getrennt geschriebene addiert.

ZahlEsperantoLogik
12dek du10 + 2
20dudek2 × 10
23dudek tri2 × 10 + 3
1987mil naŭcent okdek sep1000 + 9 × 100 + 8 × 10 + 7
2000du milTausender bleiben getrennt
1 000 000unu milionoein Substantiv; miliardo ist 10⁹

Anders als im Deutschen steht der Zehner zuerst: „dreiundzwanzig“ ist dudek tri.

FormBedeutungBeispiel
-aOrdnungszahlunua „erste“, tria „dritte“, dudek-unua „einundzwanzigste“
-eAdverbunue „erstens“
-obl-Vielfachesduobla „doppelt“
-on-Bruchduono „Hälfte“, kvarono „Viertel“
-op-Gruppeduope „zu zweit“
pojepo tri „je drei“
fojo-maldufoje „zweimal“

Das Dezimalzeichen ist das Komma: 3,5 heißt tri komo kvin.

Mehr dazu: Zahlen, Zahlenumwandler.

Präpositionen und Konjunktionen

Esperanto hat 33 Präpositionen. Sie ändern sich nie, und das Substantiv danach behält seine Grundform: kun mi „mit mir“, por mi „für mich“.

GruppePräpositionen
Orten in, sur auf, sub unter, super über, antaŭ vor, apud neben, inter zwischen, ekster außerhalb, ĉe bei, ĉirkaŭ um … herum, tra durch, trans über … hinweg, preter an … vorbei, kontraŭ gegen
Richtung, Herkunftal zu, nach, el aus, de von, ĝis bis
Zeitantaŭ vor, post nach, dum während, ĝis bis
Beziehungkun mit, per mit Hilfe von, sen ohne, por für, pro wegen, pri über (ein Thema), laŭ laut, gemäß, krom außer, malgraŭ trotz, anstataŭ statt, de von, durch
Mengeda von, nach einer Mengenangabe: glaso da akvo „ein Glas Wasser“; po je
Ohne feste Bedeutungje, nur wenn keine andere passt: je la tria „um drei Uhr“

Auch Konjunktionen ändern sich nie:

ArtWörter
Gleichrangiges verbindenkaj und, aŭ oder, sed aber, nek weder, noch
Einen Nebensatz einleitenke dass, ĉu ob, se wenn, falls, ĉar weil, kvankam obwohl, dum während, ĝis bis, kvazaŭ als ob, apenaŭ kaum dass, ol als (beim Vergleich)

Mehr dazu: Präpositionen, Konjunktionen.

Wortbildung

Ein Wort besteht aus (Präfix) + Wurzel + (Suffix) + Endung: mal·san·ul·ej·o „Krankenhaus“ (Gegenteil + gesund + Person + Ort + Substantiv). In Zusammensetzungen steht wie im Deutschen das Grundwort zuletzt: vapor·ŝip·o „Dampfschiff“ ist eine Art Schiff. Jedes Affix ist auch ein Wort: ejo „Ort“, ilo „Werkzeug“.

Offizielle Präfixe

PräfixBedeutungBeispiel
bo-angeheiratetbopatro „Schwiegervater“
ĉef-Haupt-ĉefurbo „Hauptstadt“
dis-auseinanderdisdoni „austeilen“
ek-Beginn, plötzliche Handlungekdormi „einschlafen“
eks-ehemaligeksedzo „Exmann“
ge-beide Geschlechtergepatroj „Eltern“
mal-genaues Gegenteilmalbona „schlecht“
mis-falschmiskompreni „missverstehen“
pra-uralt; eine Generation weiterpraavo „Urgroßvater“
re-wieder; zurückrelegi „noch einmal lesen“

Das PMEG zählt zehn offizielle Präfixe; manche Listen nennen zusätzlich fi-.

Offizielle Suffixe

SuffixBedeutungBeispiel
-aĉ-Verachtungdomaĉo „elende Hütte“
-ad-dauernde oder wiederholte Handlunglegadi „fortlaufend lesen“
-aĵ-konkrete Sachetrinkaĵo „Getränk“
-an-Mitglied, Einwohnerklubano „Vereinsmitglied“
-ar-Sammlungvortaro „Wörterbuch“
-ĉj-männliche KoseformJoĉjo „Hansi“
-ebl-kann getan werdenmanĝebla „essbar“
-ec-Eigenschaftbeleco „Schönheit“
-eg-größer, stärkerdomego „Riesenhaus“
-ej-Ort fürlernejo „Schule“
-em-Neigungtimema „furchtsam“
-end-muss getan werdenpagenda „zu bezahlen“
-er-ein Teil einer Massemonero „Münze“
-estr-Leiterurbestro „Bürgermeister“
-et-kleiner, schwächerdometo „Häuschen“
-id-Nachkommekatido „Kätzchen“
-ig-machen, bewirkenpurigi „reinigen“
-iĝ-werdenruĝiĝi „erröten“
-il-Werkzeugtranĉilo „Messer“
-in-weiblichpatrino „Mutter“
-ind-würdigleginda „lesenswert“
-ing-Halterkandelingo „Kerzenständer“
-ism-Lehre, Systemkomunismo „Kommunismus“
-ist-Berufstätiger, Anhängerinstruisto „Lehrer“
-nj-weibliche Koseformpanjo „Mama“
-obl-Vielfachesduobla „doppelt“
-on-Bruchduono „Hälfte“
-op-Gruppeduope „zu zweit“
-uj-Behältersukerujo „Zuckerdose“
-ul-Person mit einer Eigenschaftriĉulo „reicher Mensch“
-um-keine feste Bedeutungplenumi „erfüllen“

Zusammen mit den sechs Partizipsuffixen sind es 47 offizielle Affixe. Andere, etwa kilo-, tele- und -i- in Francio, sind inoffiziell. Vorsicht, falscher Freund: -ig- bedeutet „machen“ und hat nichts mit deutschem „-ig“ zu tun.

Mehr dazu: Wortbildung, Präfixe, Suffixe.

Fragen und Verneinung

ArtMusterBeispiel
Ja-Nein-Frageĉu + AussagesatzĈu vi parolas Esperanton? „Sprichst du Esperanto?“
Frage nach Einzelheitenki-Wort zuerstKie vi loĝas? „Wo wohnst du?“
Verneinungne vor dem verneinten WortMi ne komprenas. „Ich verstehe nicht.“
Verneinendes Wortneni-WortNeniu venis. „Niemand kam.“
Weder … nochnek … nekMi volas nek kafon, nek teon. „Ich will weder Kaffee noch Tee.“
  • Antworten sind jes „ja“ und ne „nein“. Das Verb rückt nie nach vorn: Die Frage beginnt mit ĉu oder einem ki-Wort.
  • Eine Verneinung pro Satz: Mi vidis nenion. „Ich habe nichts gesehen.“ Zwei heben sich auf: Mi ne vidis nenion bedeutet „Ich habe etwas gesehen“.

Mehr dazu: Fragen und Verneinung.

Wortstellung

Die Grundordnung ist Subjekt, Verb, Objekt. Weil das Objekt -n trägt, kann die Reihenfolge wechseln: La hundo mordis la katon und La katon mordis la hundo bedeuten beide „Der Hund biss die Katze“.

ElementRegelBeispiel
Präpositionvor ihrem Substantivsur la tablo „auf dem Tisch“
Adjektivvor oder nach seinem Substantivbela domo oder domo bela
ne, nur, eĉ, ankaŭvor dem Wort, auf das sie sich beziehenNur mi vidis lin. „Nur ich habe ihn gesehen.“
ĉu, ki-WörterAnfang der FrageĈu vi venos? „Wirst du kommen?“
ajndirekt hinter seinem Tabellwortkiu ajn „wer auch immer“
Verbhinter dem Subjekt, auch nach einer Zeitangabe und im NebensatzHodiaŭ mi iras. „Heute gehe ich.“ Mi scias, ke li venas. „Ich weiß, dass er kommt.“

Mehr dazu: Wortstellung.

Die 16 Regeln in einem Satz

Die 16 Regeln des Fundamento (1905) sind der offizielle Kern der Grammatik.

  1. Artikel. Es gibt nur den bestimmten Artikel la, keinen unbestimmten.
  2. Substantive. Sie enden auf -o, bilden den Plural mit -j und das Objekt mit -n; andere Fälle drücken Präpositionen aus.
  3. Adjektive. Sie enden auf -a, richten sich nach ihrem Substantiv und werden mit pli, plej, ol gesteigert.
  4. Zahlwörter. Die Grundzahlen ändern sich nie; die übrigen werden zusammengesetzt, mit -a, -obl-, -on-, -op- und po.
  5. Pronomen. Mi, vi, li, ŝi, ĝi, si, ni, ili, oni; -a ergibt Possessiva, -n das Objekt.
  6. Verben. Sie ändern sich nie nach Person oder Zahl: -as, -is, -os, -us, -u, -i, sechs Partizipien, Passiv mit esti.
  7. Adverbien. Sie enden auf -e und werden wie Adjektive gesteigert.
  8. Präpositionen. Sie verlangen die Grundform des Substantivs.
  9. Aussprache. Jedes Wort wird gelesen, wie es geschrieben steht.
  10. Betonung. Sie liegt auf der vorletzten Silbe.
  11. Zusammensetzungen. Man fügt die Wurzeln aneinander; das Grundwort steht zuletzt.
  12. Verneinung. Ein verneinendes Wort pro Satz genügt.
  13. Richtung. -n zeigt die Bewegung auf einen Ort zu: kie – kien.
  14. Je. Wenn keine Präposition passt, steht je, das keine eigene Bedeutung hat.
  15. Fremdwörter. Internationale Wörter behalten in esperantischer Schreibung eine einzige Form, verwandte Wörter bildet man mit esperantischen Endungen.
  16. Apostroph. Ein End-o und das -a von la dürfen wegfallen: de l' mondo.

Mehr dazu: die 16 Regeln erklärt.

Stolpersteine für Deutschsprachige

DeutschEsperantoBeispiel
manoniOni parolas Esperanton. „Man spricht Esperanto.“
du, ihr, Sieimmer viĈu vi havas tempon? „Hast du / habt ihr / haben Sie Zeit?“
mir, ihm (Dativ)al mi, al liMi donas al li libron. „Ich gebe ihm ein Buch.“
des Mannes (Genitiv)de la virola libro de la viro „das Buch des Mannes“
er, sie, es für Dingeĝi, nicht nach dem Geschlechtla tablo – ĝi „der Tisch – er“
ich habe gesehen, ich bin gegangenmi vidis, mi irisMi iris al la lernejo. „Ich bin zur Schule gegangen.“
es regnetpluvas, ohne „es“Hodiaŭ pluvas. „Heute regnet es.“

Häufige Fragen

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Wie viele Endungen, Tabellwörter und Affixe hat Esperanto?

Es gibt 11 grammatische Endungen, 45 Tabellwörter, 33 Präpositionen, 10 offizielle Präfixe, 31 offizielle Suffixe und 6 Partizipsuffixe.

Ist die Esperanto-Grammatik wirklich regelmäßig?

Ja. Es gibt keine unregelmäßigen Verben (auch esti folgt der Tabelle), keine unregelmäßigen Plurale und kein grammatisches Geschlecht, und nur zwei Fälle: die Grundform und den Akkusativ.

Was lässt dieser Spickzettel aus?

Interjektionen, inoffizielle Affixe, Datumsangaben, Uhrzeiten und die Feinheiten der zusammengesetzten Zeiten. Dazu siehe Interjektionen, Präfixe, Suffixe und Zahlen.

Quellen

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