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Redewendungen

Hallo und Tschüss auf Esperanto: alle Begrüßungen

Saluton! passt immer und zu jedem; Ĝis! ist, wie die meisten Esperanto-Sprecher sich verabschieden.

Aktualisiert: 3 Min. Lesezeit

„Hallo“ heißt auf Esperanto Saluton! (ßa-LU-ton), „Auf Wiedersehen“ Ĝis revido! (dschis re-WI-do) oder einfach Ĝis! (dschis). Beide passen zu jeder Tageszeit und zu jedem Gegenüber, vom Freund bis zum Fremden.

Die Umschrift auf dieser Seite teilt die Wörter in Silben, schreibt sie mit deutschen Buchstaben (ĉ = tsch, ĝ = dsch, v = w, aŭ = au; ein scharfes s vor Vokal als „ß“) und zeigt die betonte Silbe in Großbuchstaben. Mehr dazu unter Alphabet und Aussprache.

Hallo sagen

EsperantoAusspracheDeutschWann
Saluton!ßa-LU-tonHallo!Jederzeit, in jeder Situation
Sal!ßalHi!Sehr informell, Kurzform von Saluton
Bonan matenon!BO-nan ma-TE-nonGuten Morgen!Morgens
Bonan tagon!BO-nan TA-gonGuten Tag!Tagsüber
Bonan vesperon!BO-nan wes-PE-ronGuten Abend!Abends
Bonvenon!bon-WE-nonWillkommen!Gäste empfangen
Saluton al ĉiuj!ßa-LU-ton al TSCHI-ujHallo zusammen! (wörtlich „Hallo an alle“)Eine Gruppe begrüßen
Karaj geamikoj!KA-raj ge-a-MI-kojLiebe Freundinnen und Freunde!Eine Rede oder einen Brief eröffnen

Grüße wie Bonan matenon! enden auf den Akkusativ -n, weil sie verkürzte vollständige Sätze sind: Bonan matenon! steht für (Mi deziras al vi) bonan matenon! – „(Ich wünsche dir einen) guten Morgen“. Das PMEG erklärt, dass dieses -n bei solchen traditionellen Ausdrücken zur üblichen Form wurde. Bonan matenon und ähnliche Wünsche stehen schon im Fundamento von 1905. Im Deutschen ist es genauso: „Guten Morgen“ und „Guten Tag“ stehen im Akkusativ, nur das Verb „wünschen“ ist weggefallen.

Auf Wiedersehen sagen

EsperantoAusspracheDeutschWann
Ĝis!dschisTschüss!Alltäglich, sehr häufig
Ĝis revido! / Ĝis la revido!dschis (la) re-WI-doAuf Wiedersehen! (wörtlich „bis zum Wiedersehen“)Neutral
Ĝis baldaŭ!dschis BAL-dauBis bald!Man sieht sich bald
Ĝis poste!dschis POS-teBis später!Später am selben Tag
Ĝis morgaŭ!dschis MOR-gauBis morgen!Am nächsten Tag
Ĝis la venonta fojo!dschis la we-NON-ta FO-joBis zum nächsten Mal!Beim nächsten Treffen
Bonan nokton!BO-nan NOK-tonGute Nacht!Beim Schlafengehen oder spätem Aufbruch
Fartu bone!FAR-tu BO-neMach’s gut! (wörtlich „befinde dich wohl“)Herzlicher Abschied
Bonan vojaĝon!BO-nan wo-JA-dschonGute Reise!Jemand verreist
Adiaŭ!a-DI-auLebewohl! / Adieu!Abschied für lange Zeit oder für immer

Ĝis ist eine Präposition mit der Bedeutung „bis“, Ĝis! heißt also wörtlich „Bis …!“ – der Rest des Satzes wird mitgedacht, genau wie bei „Bis dann!“ oder „Bis bald!“. Das PMEG merkt an, dass Adiaŭ! in der Alltagssprache kaum gebraucht wird; man bevorzugt Ĝis revido! oder Ĝis!, die ein Wiedersehen andeuten. Sag Adiaŭ! nur, wenn du jemanden wirklich lange nicht wiedersehen wirst.

„Wie geht es dir?“ und wie du antwortest

EsperantoAusspracheDeutsch
Kiel vi fartas?KI-el wi FAR-tasWie geht es dir?
Kiel vi?KI-el wiWie geht’s? (informell)
Kio nova?KI-o NO-waWas gibt’s Neues?
Bone, dankon. Kaj vi?BO-ne, DAN-kon. kaj wiGut, danke. Und dir?
Tre bone!tre BO-neSehr gut!
Bonege!bo-NE-geGroßartig!
Ne malbone.ne mal-BO-neNicht schlecht.
Tiel-tiel.TI-el TI-elEs geht so. / So lala. (umgangssprachlich)
Malbone.mal-BO-neSchlecht. / Nicht gut.
Nenio speciala.ne-NI-o ßpe-zi-A-laNichts Besonderes.

Farti bedeutet „sich in einem bestimmten Gesundheits- oder Gemütszustand befinden“: Mi fartas bone – „Mir geht es gut“. Die Antwort steht mit einem Adverb auf -e (bone, nicht bona), denn sie beschreibt, wie es dir geht – im Deutschen sagst du ja auch „gut“ und nicht „guter“.

Du oder Sie?

Esperanto benutzt vi für alle: für eine Person oder viele, für ein Kind oder einen Minister (siehe Pronomen). Ein Du im Singular, ci, gibt es in der Theorie, doch das PMEG vermerkt, dass es normalerweise nicht gebraucht wird. Du musst dir also nie überlegen, ob du jemandem das Du anbietest. Förmlichkeit entsteht durch andere Wörter:

  • Anrede: sinjoro „Herr“, sinjorino „Frau“, gesinjoroj „Damen und Herren“.
  • Briefe: Estimata sinjoro Novak – „Sehr geehrter Herr Novak“, wörtlich „geschätzter“ (förmlich); Kara Maria – „Liebe Maria“ (freundschaftlich).
  • Briefschluss: Amike – „freundschaftlich“ oder Kore – „herzlich“ in freundlichen Briefen; Ĝis! in einer kurzen Nachricht.

Bräuche beim Grüßen

  • „Ĝis!“ überall. Das PMEG nennt ĝis und ĝis revido als die üblichen Abschiedsgrüße; du liest Ĝis! im Gespräch, im Chat und in der E-Mail.
  • Samideano. Manche Esperantisten reden einander mit samideano an – wörtlich „Person derselben Idee“, also ein Mitesperantist.
  • Nicht „krokodilen“. Bei Esperanto-Treffen heißt es krokodili (scherzhaft „krokodilen“), wenn man mit Landsleuten in die Muttersprache wechselt; das ist meist unerwünscht.
  • Kurzformen. Im Netz siehst du Sal! für Saluton! und Ĉaŭ! (aus dem italienischen ciao, ausgesprochen wie unser „Tschau!“).

Weitere Alltagswendungen findest du unter Grundlegende Esperanto-Redewendungen. Wie du Tageszeiten nennst, steht unter Tage, Monate und Uhrzeit.

Häufige Fragen

Wie sagt man „Hallo“ auf Esperanto?

Saluton! (ßa-LU-ton). Es passt zu jeder Zeit und in jeder Situation. Morgens kannst du auch Bonan matenon! sagen, tagsüber Bonan tagon!

Wie sagt man „Auf Wiedersehen“ auf Esperanto?

Ĝis revido! oder einfach Ĝis! – wörtlich „bis zum Wiedersehen“ und „bis“. Ĝis morgaŭ! heißt „Bis morgen!“ und Ĝis baldaŭ! „Bis bald!“

Warum enden Esperanto-Grüße auf -n?

Sie sind verkürzte Sätze: Bonan tagon! steht für „Ich wünsche dir einen guten Tag“, wobei tagon das Objekt von „wünschen“ ist. Die Akkusativendung -n blieb stehen, nachdem das Verb wegfiel – wie bei „Guten Tag“ im Deutschen.

Was ist der Unterschied zwischen Ĝis und Adiaŭ?

Ĝis erwartet ein Wiedersehen, Adiaŭ gilt für einen langen oder endgültigen Abschied. Im Alltag sagt fast jeder Ĝis!

Wie antwortet man auf „Kiel vi fartas?“

Bone, dankon. Kaj vi? – „Gut, danke. Und dir?“ Weitere Antworten sind Tre bone! „Sehr gut!“, Ne malbone „Nicht schlecht“ und Tiel-tiel „Es geht so“.

Quellen

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