Redewendungen
Hallo und Tschüss auf Esperanto: alle Begrüßungen
Saluton! passt immer und zu jedem; Ĝis! ist, wie die meisten Esperanto-Sprecher sich verabschieden.
„Hallo“ heißt auf Esperanto Saluton! (ßa-LU-ton), „Auf Wiedersehen“ Ĝis revido! (dschis re-WI-do) oder einfach Ĝis! (dschis). Beide passen zu jeder Tageszeit und zu jedem Gegenüber, vom Freund bis zum Fremden.
Die Umschrift auf dieser Seite teilt die Wörter in Silben, schreibt sie mit deutschen Buchstaben (ĉ = tsch, ĝ = dsch, v = w, aŭ = au; ein scharfes s vor Vokal als „ß“) und zeigt die betonte Silbe in Großbuchstaben. Mehr dazu unter Alphabet und Aussprache.
Hallo sagen
| Esperanto | Aussprache | Deutsch | Wann |
|---|---|---|---|
| Saluton! | ßa-LU-ton | Hallo! | Jederzeit, in jeder Situation |
| Sal! | ßal | Hi! | Sehr informell, Kurzform von Saluton |
| Bonan matenon! | BO-nan ma-TE-non | Guten Morgen! | Morgens |
| Bonan tagon! | BO-nan TA-gon | Guten Tag! | Tagsüber |
| Bonan vesperon! | BO-nan wes-PE-ron | Guten Abend! | Abends |
| Bonvenon! | bon-WE-non | Willkommen! | Gäste empfangen |
| Saluton al ĉiuj! | ßa-LU-ton al TSCHI-uj | Hallo zusammen! (wörtlich „Hallo an alle“) | Eine Gruppe begrüßen |
| Karaj geamikoj! | KA-raj ge-a-MI-koj | Liebe Freundinnen und Freunde! | Eine Rede oder einen Brief eröffnen |
Grüße wie Bonan matenon! enden auf den Akkusativ -n, weil sie verkürzte vollständige Sätze sind: Bonan matenon! steht für (Mi deziras al vi) bonan matenon! – „(Ich wünsche dir einen) guten Morgen“. Das PMEG erklärt, dass dieses -n bei solchen traditionellen Ausdrücken zur üblichen Form wurde. Bonan matenon und ähnliche Wünsche stehen schon im Fundamento von 1905. Im Deutschen ist es genauso: „Guten Morgen“ und „Guten Tag“ stehen im Akkusativ, nur das Verb „wünschen“ ist weggefallen.
Auf Wiedersehen sagen
| Esperanto | Aussprache | Deutsch | Wann |
|---|---|---|---|
| Ĝis! | dschis | Tschüss! | Alltäglich, sehr häufig |
| Ĝis revido! / Ĝis la revido! | dschis (la) re-WI-do | Auf Wiedersehen! (wörtlich „bis zum Wiedersehen“) | Neutral |
| Ĝis baldaŭ! | dschis BAL-dau | Bis bald! | Man sieht sich bald |
| Ĝis poste! | dschis POS-te | Bis später! | Später am selben Tag |
| Ĝis morgaŭ! | dschis MOR-gau | Bis morgen! | Am nächsten Tag |
| Ĝis la venonta fojo! | dschis la we-NON-ta FO-jo | Bis zum nächsten Mal! | Beim nächsten Treffen |
| Bonan nokton! | BO-nan NOK-ton | Gute Nacht! | Beim Schlafengehen oder spätem Aufbruch |
| Fartu bone! | FAR-tu BO-ne | Mach’s gut! (wörtlich „befinde dich wohl“) | Herzlicher Abschied |
| Bonan vojaĝon! | BO-nan wo-JA-dschon | Gute Reise! | Jemand verreist |
| Adiaŭ! | a-DI-au | Lebewohl! / Adieu! | Abschied für lange Zeit oder für immer |
Ĝis ist eine Präposition mit der Bedeutung „bis“, Ĝis! heißt also wörtlich „Bis …!“ – der Rest des Satzes wird mitgedacht, genau wie bei „Bis dann!“ oder „Bis bald!“. Das PMEG merkt an, dass Adiaŭ! in der Alltagssprache kaum gebraucht wird; man bevorzugt Ĝis revido! oder Ĝis!, die ein Wiedersehen andeuten. Sag Adiaŭ! nur, wenn du jemanden wirklich lange nicht wiedersehen wirst.
„Wie geht es dir?“ und wie du antwortest
| Esperanto | Aussprache | Deutsch |
|---|---|---|
| Kiel vi fartas? | KI-el wi FAR-tas | Wie geht es dir? |
| Kiel vi? | KI-el wi | Wie geht’s? (informell) |
| Kio nova? | KI-o NO-wa | Was gibt’s Neues? |
| Bone, dankon. Kaj vi? | BO-ne, DAN-kon. kaj wi | Gut, danke. Und dir? |
| Tre bone! | tre BO-ne | Sehr gut! |
| Bonege! | bo-NE-ge | Großartig! |
| Ne malbone. | ne mal-BO-ne | Nicht schlecht. |
| Tiel-tiel. | TI-el TI-el | Es geht so. / So lala. (umgangssprachlich) |
| Malbone. | mal-BO-ne | Schlecht. / Nicht gut. |
| Nenio speciala. | ne-NI-o ßpe-zi-A-la | Nichts Besonderes. |
Farti bedeutet „sich in einem bestimmten Gesundheits- oder Gemütszustand befinden“: Mi fartas bone – „Mir geht es gut“. Die Antwort steht mit einem Adverb auf -e (bone, nicht bona), denn sie beschreibt, wie es dir geht – im Deutschen sagst du ja auch „gut“ und nicht „guter“.
Du oder Sie?
Esperanto benutzt vi für alle: für eine Person oder viele, für ein Kind oder einen Minister (siehe Pronomen). Ein Du im Singular, ci, gibt es in der Theorie, doch das PMEG vermerkt, dass es normalerweise nicht gebraucht wird. Du musst dir also nie überlegen, ob du jemandem das Du anbietest. Förmlichkeit entsteht durch andere Wörter:
- Anrede: sinjoro „Herr“, sinjorino „Frau“, gesinjoroj „Damen und Herren“.
- Briefe: Estimata sinjoro Novak – „Sehr geehrter Herr Novak“, wörtlich „geschätzter“ (förmlich); Kara Maria – „Liebe Maria“ (freundschaftlich).
- Briefschluss: Amike – „freundschaftlich“ oder Kore – „herzlich“ in freundlichen Briefen; Ĝis! in einer kurzen Nachricht.
Bräuche beim Grüßen
- „Ĝis!“ überall. Das PMEG nennt ĝis und ĝis revido als die üblichen Abschiedsgrüße; du liest Ĝis! im Gespräch, im Chat und in der E-Mail.
- Samideano. Manche Esperantisten reden einander mit samideano an – wörtlich „Person derselben Idee“, also ein Mitesperantist.
- Nicht „krokodilen“. Bei Esperanto-Treffen heißt es krokodili (scherzhaft „krokodilen“), wenn man mit Landsleuten in die Muttersprache wechselt; das ist meist unerwünscht.
- Kurzformen. Im Netz siehst du Sal! für Saluton! und Ĉaŭ! (aus dem italienischen ciao, ausgesprochen wie unser „Tschau!“).
Weitere Alltagswendungen findest du unter Grundlegende Esperanto-Redewendungen. Wie du Tageszeiten nennst, steht unter Tage, Monate und Uhrzeit.
Häufige Fragen
Wie sagt man „Hallo“ auf Esperanto?
Saluton! (ßa-LU-ton). Es passt zu jeder Zeit und in jeder Situation. Morgens kannst du auch Bonan matenon! sagen, tagsüber Bonan tagon!
Wie sagt man „Auf Wiedersehen“ auf Esperanto?
Ĝis revido! oder einfach Ĝis! – wörtlich „bis zum Wiedersehen“ und „bis“. Ĝis morgaŭ! heißt „Bis morgen!“ und Ĝis baldaŭ! „Bis bald!“
Warum enden Esperanto-Grüße auf -n?
Sie sind verkürzte Sätze: Bonan tagon! steht für „Ich wünsche dir einen guten Tag“, wobei tagon das Objekt von „wünschen“ ist. Die Akkusativendung -n blieb stehen, nachdem das Verb wegfiel – wie bei „Guten Tag“ im Deutschen.
Was ist der Unterschied zwischen Ĝis und Adiaŭ?
Ĝis erwartet ein Wiedersehen, Adiaŭ gilt für einen langen oder endgültigen Abschied. Im Alltag sagt fast jeder Ĝis!
Wie antwortet man auf „Kiel vi fartas?“
Bone, dankon. Kaj vi? – „Gut, danke. Und dir?“ Weitere Antworten sind Tre bone! „Sehr gut!“, Ne malbone „Nicht schlecht“ und Tiel-tiel „Es geht so“.
Quellen
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