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Redewendungen

Berufe auf Esperanto: Lehrer, Arzt, Krankenpfleger

Die meisten Berufe enden auf -isto, einige sind schlichte Wurzeln, und wenige Verben und Wendungen genügen für Arbeit und Jobsuche.

Aktualisiert: 6 Min. Lesezeit

Die meisten Berufe enden im Esperanto auf -isto: instruisto „Lehrer“, kuracisto „Arzt“, kuiristo „Koch“. Das Suffix -ist- bezeichnet eine Person, die sich mit etwas beschäftigt, oft beruflich: instrui „unterrichten“ ergibt instruisto. Einige Berufe sind schlichte Wurzeln ohne -ist-, etwa kelnero „Kellner“, ŝoforo „Fahrer“ und inĝeniero „Ingenieur“. Die Umschrift teilt die Wörter in Silben, schreibt sie mit deutschen Buchstaben (ĉ = tsch, ĝ = dsch, ĥ = ch, ĵ = zh, ŝ = sch, c = z, z = stimmhaftes „s“, v = w, s vor Vokal, p oder t als „ß“, sc als „sz“) und zeigt die betonte Silbe in Großbuchstaben; die Regeln stehen unter Alphabet und Aussprache.

Wie Berufswörter gebaut werden

WortteilBedeutungBeispielDeutsch
-in-weiblichinstruistinoLehrerin
-an-Mitglied, EinwohnerkamparanoLandbewohner
-ul-Person mit einer EigenschaftsenlaboruloArbeitsloser
-ant-, -it-wer etwas tut, wem etwas getan wurdelaboranto, dungitoBeschäftigter, Angestellter
-estr-Leiter, ChefurbestroBürgermeister
-ej-OrtoficejoBüro

Das sind gewöhnliche Suffixe und Partizipien. Sie lassen sich wie in jeder Wortbildung stapeln: lern·ej·estr·o ist „lernen + Ort + Leiter“, ein Schulleiter.

Was -ist- bedeutet – und wo es nicht vorkommt

Die Referenzgrammatik PMEG definiert -ist- als Person, die sich häufig an etwas beteiligt, vielleicht berufsmäßig. Instruisto unterrichtet also beruflich, aber biciklisto „Radfahrer“ ist jeder, der oft Rad fährt, und esperantisto jeder, der Esperanto kann und benutzt. Für einen genauen Beruf nimm eine Zusammensetzung: Statt des vagen fiŝisto schlägt das PMEG fiŝkaptisto „Fischer“, fiŝbredisto „Fischzüchter“ oder fiŝvendisto „Fischhändler“ vor.

Viele Berufswörter sind vollständige Wurzeln und nehmen kein -ist-. Das PMEG nennt ĥirurgo „Chirurg“, barbiro „Friseur“, kelnero „Kellner“, aktoro „Schauspieler“, soldato „Soldat“, profesoro „Professor“ und ŝoforo „Fahrer“ und sagt, man solle nicht ĥirurgisto sagen. ReVo führt ebenso inĝeniero, advokato und sekretario als gewöhnliche Wörter ohne -ist-. Keine Regel sagt voraus, welche Berufe welche sind; lerne jeden so, wie er ist. Fizikisto „Physiker“ braucht dagegen -ist-, denn fiziko ist die Wissenschaft selbst.

Häufige Berufe nach Bereich

Die Tabellen nennen die deutsche Grundform; die Esperanto-Wörter können Männer und Frauen meinen (mehr dazu im Abschnitt über -in-).

Bildung und Gesundheit

DeutschEsperantoAusspracheHinweis
Lehrerinstruistoin-ßtru-IS-to
Professorprofesoropro-fe-SSO-roeinfache Wurzel
Arztkuracistoku-ra-ZIS-tovon kuraci „behandeln“
Zahnarztdentistoden-TIS-to
Krankenpfleger, Pflegekraftflegistofle-GIS-tovon flegi „pflegen“
Chirurgĥirurgochi-RUR-goeinfache Wurzel
Apothekerfarmaciistofar-ma-zi-IS-to
Tierarztveterinarowe-te-ri-NA-roeinfache Wurzel

Essen, Läden und Dienstleistungen

DeutschEsperantoAusspracheHinweis
Kochkuiristoku-i-RIS-tovon kuiri „kochen“
Bäckerbakistoba-KIS-to
Kellnerkelnerokel-NE-roeinfache Wurzel
Verkäufervendistowen-DIS-tovon vendi „verkaufen“
Kassiererkasistoka-SSIS-tovon kaso „Kasse“
Friseurbarbirobar-BI-roeinfache Wurzel
Schneidertajlorotaj-LO-roeinfache Wurzel
Briefträger, Postbotepoŝtistoposch-TIS-to

Büro, Handel, Recht und Staat

DeutschEsperantoAusspracheHinweis
Büroangestellteroficistoo-fi-ZIS-to
Sekretärsekretarioße-kre-ta-RI-oeinfache Wurzel
Bankangestellterbankistoban-KIS-to
Kaufmann, Händlerkomercistoko-mer-ZIS-to
Direktor, Leiterdirektorodi-rek-TO-roeinfache Wurzel
Rechtsanwaltadvokatoad-wo-KA-toeinfache Wurzel
Richterjuĝistoju-DSCHIS-to
Polizistpolicistopo-li-ZIS-to
Soldatsoldatoßol-DA-toeinfache Wurzel

Technik, Bau und Verkehr

DeutschEsperantoAusspracheHinweis
Ingenieurinĝenieroin-dsche-ni-E-roeinfache Wurzel
Architektarĥitektoar-chi-TEK-toauch arkitekto geschrieben
Programmiererprogramistopro-gra-MIS-to
Zimmermannĉarpentistotschar-pen-TIS-to
Fahrerŝoforoscho-FO-roeinfache Wurzel, für jedes Geschlecht neutral
Pilot, Lotsepilotopi-LO-tofür Schiffe oder Flugzeuge; aviadisto ist „Flugzeugpilot“
Seemannmaristoma-RIS-tovon maro „Meer“

Wissenschaft, Medien und Kunst

DeutschEsperantoAusspracheHinweis
Wissenschaftlersciencistoszi-en-ZIS-to
Journalistĵurnalistozhur-na-LIS-to
Schriftstellerverkistower-KIS-tovon verki „verfassen“
Übersetzertradukistotra-du-KIS-to
Schauspieleraktoroak-TO-roeinfache Wurzel
Musikermuzikistomu-si-KIS-to
Maler (Künstler)pentristopen-TRIS-to

Land und Meer

DeutschEsperantoAusspracheHinweis
Landwirtterkulturistoter-kul-tu-RIS-towörtlich „Bodenbebauer“
Gärtnerĝardenistodschar-de-NIS-to
Fischerfiŝkaptistofisch-kap-TIS-to
Landbewohner, Bauerkamparanokam-pa-RA-nomit -an- gebildet

-ist-, -an- oder -ul-?

SuffixWas davor stehtDie Person ist …Beispiel
-ist-was sie tutdamit beschäftigt, oft beruflichverkisto „Schriftsteller“
-an-die Gruppe oder der OrtMitglied, Einwohnerklubano „Vereinsmitglied“
-ul-eine Eigenschaftjemand, der sie hatjunulo „junger Mensch“

Laut PMEG wählen die Sprecher, wenn zwei Suffixe passen, die internationalere Form: kristano, nicht krististo. Vergleiche ŝipano „wer auf einem Schiff dient“ mit maristo „wer vom Meer lebt“.

Hänge -ul- nicht an ein Wort, das schon eine Person nennt. Das PMEG gibt parolanto, nicht parolantulo. Dasselbe gilt für laboranto und dungito.

Weibliche Formen mit -in-

Laut PMEG fügt -in- das weibliche Geschlecht hinzu. Nach einer männlichen Wurzel ist es Pflicht: patrino, fratino (siehe Familienwörter). Nach einer geschlechtsneutralen Wurzel, wozu die meisten Berufswörter gehören, ist es freiwillig: Das PMEG schreibt Ŝi estas aktor(in)o und sagt, Ŝi estas ŝoforo sei richtig.

DeutschEsperantoWeibliche Form
Lehrer / Lehrerininstruistoinstruistino
Arzt / Ärztinkuracistokuracistino
Kellner / Kellnerinkelnerokelnerino
Schauspieler / Schauspielerinaktoroaktorino

Traditionell hängt man -in- routinemäßig an, sodass das bloße Wort neben seinem Partner männlich klingen kann, doch der Plural kuracistoj schließt normalerweise alle ein. Das PMEG merkt an, dass seit dem späten 20. Jahrhundert mehr Sprecher -in- nicht mehr automatisch anhängen, und nennt beide Gewohnheiten richtig. Um zu betonen, dass eine Person ein Mann ist, sage vira aktoro „männlicher Schauspieler“. Die Frage, ob eine männliche Form alle meint, kennst du vom generischen Maskulinum im Deutschen („die Lehrer“); im Esperanto macht -in- das Geschlecht sichtbar, wenn es eine Rolle spielt.

Arbeitsorte mit -ej-

Das PMEG beschreibt -ej- als Ort, der für etwas gedacht ist. Davor steht, was dort geschieht oder wer dort arbeitet: tajlorejo ist, wo ein Schneider arbeitet.

DeutschEsperantoAussprache
Arbeitsplatz, Arbeitsstättelaborejola-bo-RE-jo
Bürooficejoo-fi-ZE-jo
Schulelernejoler-NE-jo
Geschäft, Ladenvendejowen-DE-jo
Küchekuirejoku-i-RE-jo
Schneiderwerkstatttajlorejotaj-lo-RE-jo
Krankenhausmalsanulejo, hospitalomal-ßa-nu-LE-jo, hos-pi-TA-lo
Fabrikfabrikofa-BRI-ko

Fabriko ist eine eigene Wurzel. Für Fabriken empfiehlt das PMEG klare Zusammensetzungen wie ŝtalfabriko oder ŝtalejo „Stahlwerk“ und tabakfarejo „Tabakfabrik“, denn tabakejo ist ein Ort, an dem Tabak angebaut wird. Ein -ej--Wort kann auch für die Menschen stehen, die dort arbeiten: Nia oficejo ŝanĝis la regulojn – „Unser Büro hat die Regeln geändert.“

Chefs, Kollegen und Arbeitswörter

Das PMEG definiert -estr- als Person, die führt und entscheidet; davor steht der Ort oder die Sache, für die die Person zuständig ist. Die Tabelle nutzt auch die Präfixe mal- „Gegenteil“ und eks- „ehemalig“ (eksministro „früherer Minister“).

DeutschEsperantoAusspracheHinweis
Leiter, VorgesetzterestroES-tro
Chef, OberhauptĉefoTSCHE-fo
Bürgermeisterurbestrour-BES-trourbo „Stadt“ + -estr-
Kollegekolegoko-LE-gogleicher Beruf oder gleiches Gewerbe
arbeitenlaborila-BO-rihat kein direktes Objekt
Arbeitlaborola-BO-ro
Beschäftigter, Arbeitenderlaborantola-bo-RAN-tojeder, der arbeitet
Stelle, Postenpostenopos-TE-noReVo: laborloko ist eine feste Stelle in einer Firma
einstellendungiDUN-gi
Arbeitnehmer, Arbeitgeberdungito, dungantodun-GI-to, dun-GAN-to„der Eingestellte“, „der Einstellende“
(jemandem) kündigen, entlassenmaldungimal-DUN-gimal- + dungi
entlassen / selbst kündigeneksigi, eksiĝiek-SSI-gi, ek-SSI-dschieksiĝi: eine Stelle oder ein Amt verlassen
Gehaltsalajroßa-LAJ-ro
Arbeitslosersenlaboruloßen-la-bo-RU-losen- „ohne“
in Rente gehenemeritiĝie-me-ri-TI-dschi

Über den Beruf sprechen

Weil vi sowohl „du“ als auch „Sie“ bedeutet, steht hier „du“; unter Fremden oder im Büro passt im Deutschen oft „Sie“.

EsperantoDeutsch
Kie vi laboras?Wo arbeitest du?
Kio estas via profesio?Was ist dein Beruf?
Pri kio vi okupiĝas?Was machst du beruflich? (wörtlich: Womit beschäftigst du dich?)
Mi estas instruisto.Ich bin Lehrer.
Mi laboras kiel kuracisto.Ich arbeite als Arzt.
Mia patrino estas advokato.Meine Mutter ist Rechtsanwältin.
Mi laboras por malgranda entrepreno.Ich arbeite für ein kleines Unternehmen.
Mi laboras de lundo ĝis vendredo.Ich arbeite von Montag bis Freitag.
Miaj kolegoj estas ĝentilaj.Meine Kollegen sind höflich.

Esperanto hat keinen unbestimmten Artikel („ein“): Mi estas instruisto ist einfach „Ich bin Lehrer“ – vor Berufen lässt auch das Deutsche den Artikel weg. Der Artikel la steht für etwas Bestimmtes: Li estas la direktoro „Er ist der Direktor“.

Nach kiel „als“ bleibt ein Substantiv, das die Rolle des Subjekts nennt, in der Grundform. Ein Substantiv, das die Rolle des Objekts nennt, bekommt -n: La entrepreno dungis ŝin kiel kasiston – „Die Firma stellte sie als Kassiererin ein“ (Parallele im PMEG: Ili elektis ŝin kiel kasiston). Siehe den Akkusativ und die Fragewörter kie und kio bei den Tabellwörtern.

Arbeit suchen

EsperantoDeutsch
Mi serĉas laboron.Ich suche Arbeit.
Mi estas senlabora kaj serĉas laboron kiel tradukisto.Ich bin arbeitslos und suche Arbeit als Übersetzer.
Mi kandidatiĝas al la posteno de programisto.Ich bewerbe mich um die Stelle als Programmierer.
Morgaŭ mi havas intervjuon.Morgen habe ich ein Vorstellungsgespräch.
Ili dungis min.Sie haben mich eingestellt.
Mi enposteniĝos en Novembro.Im November trete ich die Stelle an.

Kandidatiĝi heißt, Kandidat zu werden; ReVos Beispiel ist ein Kandidat „al la posteno de direktoro“. Enposteniĝi ist „eine Stelle bekommen“, und dungiĝi „eingestellt werden“ ist der -iĝ--Partner von dungi.

Hinweise für Deutschsprachige

  • Ein Suffix statt vieler Endungen. Wo das Deutsche je nach Wort „-er“ (Lehrer, Bäcker) oder „-ist“ (Pianist, Journalist) braucht, steht im Esperanto meist -isto: instruisto, bakisto, muzikisto, ĵurnalisto. Die Ausnahmen sind die einfachen Wurzeln wie kelnero, aktoro und ŝoforo.
  • „Doktor“ ist nicht gleich „Arzt“. Im Deutschen ist der „Doktor“ Titel und im Alltag auch der Arzt. Der Arzt heißt kuracisto; doktoro ist zuerst der akademische Grad, in der Anrede aber auch ein höflicher Titel für Ärzte: sinjoro doktoro.
  • Zwei Maler. Das deutsche „Maler“ umfasst Künstler und Handwerker. Das Esperanto trennt sie: pentristo macht Gemälde, farbisto streicht beruflich Wände und Decken an (ReVo).
  • Beamter, Arbeiter, Handwerker. Wer in der staatlichen Verwaltung arbeitet, ist ein ŝtatoficisto; der körperlich arbeitende „Arbeiter“ ist laboristo, der „Handwerker“ metiisto (ReVo). Laboranto ist dagegen jeder, der arbeitet.
  • Pilot und Lotse. Beide heißen piloto; ReVo nennt als erste Bedeutung den Lotsen, der Schiffe bei der Ein- oder Ausfahrt eines Hafens durch schwierige Passagen führt, als dritte den Piloten eines Luftfahrzeugs.
  • Büro und Kontor. „Büro“ ist oficejo. Kontoro entspricht dem alten „Kontor“, dem Büro eines Handelsunternehmens (ReVo: Handelskontor).
  • Aussprache. In ĥirurgo und arĥitekto steht ĥ für das „ch“ aus „Bach“, nicht für das weiche „ch“ aus „Chirurg“. Ĵurnalisto beginnt wie „Journalist“ mit dem stimmhaften „sch“. In inĝeniero ist das ĝ ein „dsch“ (in-dsche-ni-E-ro), nicht das französische „sch“ aus „Ingenieur“. Betont wird immer die vorletzte Silbe: sekretario ße-kre-ta-RI-o, nicht „Sekretär“.

Häufige Fragen

Wie sagt man „Lehrer“ auf Esperanto?

Instruisto, weiblich instruistino, von instrui „unterrichten“ plus -ist-. Ein Hochschullehrer kann ein profesoro sein.

Wie sagt man „Arzt“ auf Esperanto?

Ein Arzt ist kuracisto (weiblich kuracistino). Doktoro ist zuerst der akademische Grad „Doktor“; ReVo ergänzt, dass es auch ein informeller, höflicher Titel für Ärzte ist, etwa in sinjoro doktoro.

Wie sagt man „Ich bin Lehrer“ oder „Ich arbeite als Lehrer“ auf Esperanto?

Mi estas instruisto oder Mi laboras kiel instruisto. Esperanto hat kein „ein“, vor dem Beruf steht also nichts.

Was ist der Unterschied zwischen -isto und -ano?

-ist- nennt, was eine Person tut, oft beruflich (verkisto „Schriftsteller“). -an- nennt, wozu eine Person gehört oder wo sie wohnt (klubano „Vereinsmitglied“). Passen beide, entscheidet der Gebrauch: kristano, nicht krististo.

Hängt man bei Berufen von Frauen -ino an?

Nach männlichen Wurzeln wie patro musst du es. Nach neutralen Berufswörtern wie kuracisto ist es freiwillig: Ŝi estas kuracisto und Ŝi estas kuracistino sind beide richtig.

Wie fragt man „Was machst du beruflich?“ auf Esperanto?

Sage Kio estas via profesio? „Was ist dein Beruf?“, Kio estas via laboro? oder Kie vi laboras? „Wo arbeitest du?“.

Quellen

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