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Redewendungen

Kochen auf Esperanto: Küchenwörter, Verben, Rezept

Von kuirejo bis kuiraĵo: die Küchenwörter, Kochverben und Maße, die du brauchst, um ein Rezept zu lesen – und zu schreiben.

Aktualisiert: 7 Min. Lesezeit

Die Küche heißt kuirejo, von kuiri „kochen“ und -ej- „Ort“. Die wichtigsten Kochverben sind kuiri „kochen, zubereiten“, boli „sieden“, friti „in Fett braten“, baki „backen“ und rosti „rösten“. Viele Geräte sind nach einem Verb benannt: tranĉi „schneiden“ ergibt tranĉilo „Messer“. Wörter für Lebensmittel stehen unter Essen und Trinken, den Rest des Zuhauses findest du unter Haus und Wohnung. Die Umschrift teilt die Wörter in Silben, schreibt sie mit deutschen Buchstaben (ĉ = tsch, ĝ = dsch, ŝ = sch, c = z, z = stimmhaftes „s“, v = w, s vor Vokal, p oder t als „ß“) und zeigt die betonte Silbe in Großbuchstaben; die Regeln stehen unter Alphabet und Aussprache.

Die Küche und ihre Geräte

DeutschEsperantoAusspracheHinweis
Küchekuirejoku-i-RE-joEin Ort zum Kochen
Backofenbakfornobak-FOR-noEin forno zum Backen
Ofen, BrennofenfornoFOR-noWeiter gefasst: zum Backen, Schmelzen oder Heizen
Herdfornelofor-NE-loEin Ofen mit Kochplatten oder Brennern
Backröhre, Backrohrbakujoba-KU-jobaki + -uj-
Kühlschrankfridujofri-DU-joReVo nennt frida „kalt“ einen Neologismus
Gefrierschrank, Tiefkühltruhefrostujofros-TU-joLebensmittel halten sich dort monatelang
Wasserkesselbolkruĉobol-KRU-tschoMit Henkel, Deckel und Tülle

Töpfe, Pfannen und Küchenwerkzeug

DeutschEsperantoAusspracheHinweis
TopfpotoPO-toAuch ein Blumentopf
Kasserolle, Stieltopfkaseroloka-ße-RO-loTiefer als eine pato
PfannepatoPA-toFlach, mit langem Stiel; ReVo nennt auch fritilo
Deckelkovriloko-WRI-lokovri „bedecken“
Sieb, Durchschlagkribrilokri-BRI-lokribri „sieben“
Reiberaspiloras-PI-loraspi „reiben, raspeln“
Schneebesen, Quirlkirlilokir-LI-loZum Schlagen von Eiern oder Sahne
Schöpfkelleĉerpilotscher-PI-loZum Schöpfen von Flüssigkeit
Waagepesilope-SSI-loZum Wiegen

Geschirr und Besteck

DeutschEsperantoAusspracheHinweis
Tellertelerote-LE-roFlach, zum Essen
Platte, GerichtpladoPLA-doEin Servierteller oder das Essen darauf
Schale, SchüsselbovloBOW-loEin Gefäß ohne Hals
TassetasoTA-ßoFür heiße Getränke
GlasglasoGLA-ßoHöher als breit
Messertranĉilotran-TSCHI-lo
GabelforkoFOR-ko
Löffelkuleroku-LE-ro
Besteckmanĝilaroman-dschi-LA-romanĝi + -il- + -ar-

Das Esperanto kennt kein grammatisches Geschlecht: Wo das Deutsche „der Löffel, die Gabel, das Messer“ sagt, steht immer nur la kulero, la forko, la tranĉilo.

Kochverben

Fast alle Kochverben sind transitiv: Sie nehmen ein Objekt mit -n (siehe Akkusativ).

DeutschEsperantoAusspracheHinweis
kochen, zubereitenkuiriku-I-riDas allgemeine Verb
kochen (in siedendem Wasser)bolkuiribol-ku-I-riSpeisen in kochendem Wasser garen
braten, frittierenfritiFRI-tiIn heißem Öl oder Fett
backenbakiBA-kiIm Ofen oder in der Asche
röstenrostiROS-tiOhne zugesetztes Fett oder Wasser
grillenkradrostikrad-ROS-tiAuf einem Rost über dem Feuer
schmoren, dünstenstufiSSTU-fiLangsam in einem geschlossenen Topf
dämpfenvaporkuiriwa-por-ku-I-rivaporo „Dampf“ + kuiri

Zutaten vorbereiten

DeutschEsperantoAusspracheHinweis
schneidentranĉiTRAN-tschi
hackenhakiHA-kiMit Schlägen zerteilen
schälensenŝeligißen-sche-LI-giReVo: senŝeligi terpomon
mischenmiksiMIK-ßi
rühren, quirlenkirliKIR-liEine schnelle Drehbewegung
knetenknediKNE-diMehl und Wasser zu Teig
gießenverŝiWER-schiEine Flüssigkeit
schüttenŝutiSCHU-tiKörner, Sand, Mehl
hinzufügenaldonial-DO-ni
bestreichen, einfettenŝmiriSCHMI-riMit einer dünnen Fettschicht
salzen / würzensali / spiciSSA-li / SSPI-ziSalz zugeben / Gewürze zugeben
kosten, probierengustumigus-TU-miMit Absicht

Gusti ist ein anderes Verb und nimmt kein Objekt: La supo bongustas. „Die Suppe schmeckt gut.“ Vergleiche Mi gustumas la supon. „Ich koste die Suppe.“

Wärme und Kälte

DeutschEsperantoAusspracheHinweis
erhitzen, warm machenvarmigiwar-MI-gi
abkühlen, kühlenmalvarmigimal-war-MI-gi
schmelzenfandiFAN-difandiĝi „von selbst schmelzen“
auftauendegelide-GE-liIntransitiv
einfrierenfrostigifros-TI-giEiskalt machen
kalt sein, fröstelnfridiFRI-diReVos Beispiel ist ein Kühlschrank

Sieden, schmelzen, kochen: -ig- und -iĝ- in der Küche

Das Deutsche nimmt für „das Wasser kocht“ und „ich koche das Wasser“ dasselbe Verb, das Esperanto zwei. Boli tut die Flüssigkeit von selbst, boligi tust du mit ihr. Andere Verben laufen in die Gegenrichtung: kuiri tust du mit der Speise, kuiriĝi tut die Speise von selbst. Die Regel steht auf der Seite -ig- und -iĝ-.

VerbenVon selbstJemand tut es
boli → boligiLa lakto bolas. „Die Milch kocht.“Mi boligas la lakton. „Ich koche die Milch auf.“
kuiriĝi ← kuiriLa supo kuiriĝas. „Die Suppe gart.“Mi kuiras la supon. „Ich koche die Suppe.“
fandiĝi ← fandiLa butero fandiĝas. „Die Butter schmilzt.“Mi fandas la buteron. „Ich schmelze die Butter.“

Maße

DeutschEsperantoAusspracheHinweis
Kilogramm / Grammkilogramo / gramoki-lo-GRA-mo / GRA-mo
LiterlitroLI-tro
Deziliterdecilitrode-zi-LI-troEin Zehntel Liter
TassetasoTA-ßoReVo: beim Kochen etwa 150 ml
Esslöffelsupkuleroßup-ku-LE-roEtwa 15 ml
Teelöffeltekulerote-ku-LE-roEtwa 5 ml
Stück / Scheibepeco / tranĉaĵoPE-zo / tran-TSCHA-zho
Hälfte / Viertelduono / kvaronodu-O-no / kwa-RO-noduono de la kuko „die Hälfte des Kuchens“

Das Gemessene folgt auf da und bekommt kein -n: du tasoj da faruno „zwei Tassen Mehl“. Das Deutsche setzt zwischen Maß und Stoff gar nichts, das Esperanto das Wörtchen da. Das Maß ist das Objekt: Mi aldonas du tasojn da faruno. Weitere Regeln zu da stehen auf der Seite Essen und Trinken.

Maße im deutschsprachigen Raum

In Deutschland, Österreich und der Schweiz rechnet man in Rezepten metrisch, mit Gramm, Milliliter und Liter, Esslöffel (EL) und Teelöffel (TL). Zahlen wie ducent kvindek „250“ erklärt die Seite Zahlen.

Im deutschen RezeptAuf EsperantoHinweis
250 g Mehlducent kvindek gramoj da faruno
3 dl Milchtri decilitroj da laktoIn Schweizer Rezepten sind Deziliter üblich
10 Deka Buttercent gramoj da buteroIn Österreich ist das Deka (Dekagramm, 10 g) in Rezepten und beim Einkauf üblich; 10 Deka sind 100 g
1 EL Ölunu supkulero da oleo
1 TL Salzunu tekulero da salo
1 Pfund Mehlduono de kilogramo da farunoIm heutigen Sprachgebrauch ist ein Pfund ein halbes Kilogramm; funto ist ein älteres Gewichtspfund (siehe Einkaufen und Geld), in Rezepten sind Gramm eindeutiger

Ein Rezept: krespoj (Pfannkuchen)

Ein Rezept heißt recepto und eine Zutat ingredienco. ReVo definiert krespo als dünnen Pfannkuchen aus Mehl, Milch und Eiern, auch patkuko genannt (pato „Pfanne“ + kuko „Kuchen“); als deutsche Entsprechungen nennt es „Pfannkuchen“ und „Crêpe“. Die Namen schwanken im deutschen Sprachraum: Die dünne Variante heißt in Österreich Palatschinke, in vielen Gegenden Pfannkuchen oder Eierkuchen. In Berlin und Teilen Ostdeutschlands ist ein „Pfannkuchen“ dagegen ein kugeliger Krapfen, der anderswo „Berliner“ heißt.

Ingrediencoj – Zutaten: 150 gramoj da faruno (150 g Mehl), 3 decilitroj da lakto (3 dl Milch), 2 ovoj (2 Eier), iom da salo (etwas Salz), 1 supkulero da oleo (1 Esslöffel Öl), sukero kaj citrono (Zucker und Zitrone).

Kiel prepari – Zubereitung:

  1. Metu la farunon en grandan bovlon. – Gib das Mehl in eine große Schüssel.
  2. Rompu la ovojn en la bovlon kaj aldonu la lakton kaj iom da salo. – Schlage die Eier in die Schüssel und gib die Milch und etwas Salz dazu.
  3. Kirlu la miksaĵon per forko, ĝis ĝi fariĝos glata. – Rühre die Mischung mit einer Gabel, bis sie glatt ist.
  4. Lasu la miksaĵon ripozi dek minutojn. – Lass die Mischung zehn Minuten ruhen.
  5. Varmigu la paton kaj ŝmiru ĝin per iom da oleo. – Erhitze die Pfanne und fette sie mit etwas Öl ein.
  6. Verŝu en la paton iom de la miksaĵo. – Gieße etwas von der Mischung in die Pfanne.
  7. Fritu la krespon du minutojn, turnu ĝin kaj fritu ĝin ankoraŭ unu minuton. – Brate den Pfannkuchen zwei Minuten, wende ihn und brate ihn noch eine Minute.
  8. Ripetu, ĝis la miksaĵo finiĝos. – Wiederhole das, bis die Mischung aufgebraucht ist.
  9. Servu la krespojn kun sukero kaj citrono. – Serviere die Pfannkuchen mit Zucker und Zitrone.

Die Schritte sind Befehle auf -u (siehe Verben); mit ni wird daraus „lass uns“: Ni kuiru! Deutsche Rezepte stehen oft im Infinitiv („Das Mehl in eine Schüssel geben“); die Esperanto-Schritte hier nehmen die Befehlsform. Eine Zeitdauer bekommt -n ohne Präposition: du minutojn. Und da steht nie vor la: iom da salo, aber iom de la miksaĵo „etwas von der Mischung“.

Wie Küchenwörter gebildet werden

WortteilBedeutungBeispiele
-ej-Ortkuirejo Küche, bakejo Bäckerei
-il-Werkzeug, Gerättranĉilo Messer, raspilo Reibe, rostilo Gerät zum Rösten
-uj-Behälterfridujo Kühlschrank, piprujo Pfefferstreuer, salujo Salzfass
-aĵ-ein konkretes Dingkuiraĵo gekochtes Gericht, fritaĵo Gebratenes, bakaĵo Backwaren
-ist-Person mit einem Berufkuiristo Koch, bakisto Bäcker
-ar-Sammlungmanĝilaro Besteck, vazaro Geschirr

Laut PMEG stammen -il--Wörter normalerweise von Verben, ein Kochverb liefert also sein Gerät: rosti → rostilo, miksi → miksilo. Nicht jedes solche Wort wird benutzt: ReVo kennzeichnet bolilo als „zu vermeiden“ und bevorzugt bolkruĉo. Siehe Suffixe und Wortbildung. Kuirilo ist jedes Küchengerät oder Küchenwerkzeug.

Hinweise für Deutschsprachige

  • Kochen ist nicht gleich kuiri. Das deutsche „kochen“ meint zweierlei: Speisen zubereiten („Ich koche das Abendessen“) und sieden („Das Wasser kocht“). Das Esperanto trennt beides: kuiri ist zubereiten, boli sieden und bolkuiri in siedendem Wasser garen. „Ich koche Wasser“ ist deshalb Mi boligas akvon, nicht Mi kuiras akvon. Auch „Küche“ hat im Deutschen zwei Bedeutungen: Der Raum ist kuirejo, die Kochweise („die italienische Küche“) bildet man mit arto: kuirarto.
  • Braten, backen, rösten. Das deutsche „braten“ umfasst mehr als ein Esperanto-Verb: friti heißt in heißem Öl oder Fett garen (ReVo übersetzt es mit „braten, frittieren“), rosti ohne Fett und Wasser, etwa im Ofen oder auf dem Rost. Das deutsche „rösten“ kennst du aus „Brot rösten“ und „Kaffee rösten“; ReVo führt für rosti unter anderem panon und kafon als Objekte an. „Backen“ ist immer baki.
  • Wörter, die man wiedererkennt. Viele Küchenverben sind alte Bekannte: haki „hacken“, knedi „kneten“, miksi „mischen“, raspi „raspeln“, ŝuti „schütten“, ĉerpi „schöpfen“, kirli „quirlen“ (ReVo übersetzt es mit „quirlen, schlagen“). Senŝeligi ist wörtlich „ohne Schale machen“ (sen + ŝelo „Schale“ + -ig-), also „schälen“.
  • Ähnlich geschrieben, anders gemeint. Bovlo ist die Schüssel oder Schale, nicht die „Bowle“, das kalte Mischgetränk aus Wein und Früchten. Das deutsche „Kuvert“ (Briefumschlag) ist im Esperanto koverto; der Deckel eines Topfes heißt kovrilo. Gusto ist der Geschmack, das Verb gustumi „kosten, probieren“ – in Österreich ist „gustieren“ ein Wort für „kosten, probieren“ (Wiktionary).
  • Sahne, Obers, Rahm. Was du mit dem kirlilo schlägst, heißt in Deutschland Schlagsahne, in Österreich Schlagobers und in der Schweiz Rahm. Im Esperanto ist es kremo (ReVo: „Sahne“, aber auch „Creme“), geschlagen batita kremo. Auch beim Herd gibt es regionale Namen: Die Backröhre, in Österreich das Backrohr, ist der bakujo.
  • Aussprache. Das s ist im Esperanto immer stimmlos: taso TA-ßo und glaso GLA-ßo, nicht wie „Rose“ oder „Hase“; ein stimmhaftes „s“ schreibt das Esperanto z. Auch vor p und t bleibt es ein scharfes „s“: spici SSPI-zi und stufi SSTU-fi, nicht „schpizi“ oder „schtufi“. V ist ein „w“ (kovrilo, varmigi, verŝi), c ein „z“ (peco PE-zo, decilitro de-zi-LI-tro) und kv ein „kw“ (kvarono kwa-RO-no). Das ui in kuiri ist kein Zwielaut wie in „pfui“, sondern zwei Silben: ku-I-ri.

Häufige Fragen

Wie sagt man „Küche“ auf Esperanto?

Kuirejo, von kuiri „kochen“ und -ej- „Ort“.

Wie sagt man „kochen“ auf Esperanto?

Kuiri: Mi kuiras vespermanĝon. „Ich koche das Abendessen.“ Genauer sind friti, baki, rosti und bolkuiri. „Das Wasser kocht“ ist dagegen La akvo bolas.

Was ist der Unterschied zwischen boli und boligi?

Boli tut eine Flüssigkeit von selbst: La akvo bolas. Boligi tust du mit ihr: Mi boligas akvon. Für Speisen in siedendem Wasser sagt man bolkuiri: Mi bolkuiras terpomojn. „Ich koche Kartoffeln.“

Wie sagt man „braten“ auf Esperanto?

Mit friti, wenn du in heißem Öl oder Fett garst: Mi fritas la krespon. „Ich brate den Pfannkuchen.“ Ohne Fett und Wasser, etwa im Ofen oder auf dem Rost, nimmt man rosti.

Wie gibt man Mengen in einem Rezept auf Esperanto an?

Nenne das Maß, dann da: taso da lakto „eine Tasse Milch“, supkulero da oleo „ein Esslöffel Öl“.

Quellen

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